Logbuch 05.09. bis 12.09.2026

05.09.2026

Kalmar

Es hat erneut in der Nacht geregnet und selbst im geschützten Hafen ist der Wind im Rigg zu spüren. Wir machen heute einen Hafentag. Die Wetterlage lädt vor allem wegen den Windverhältnissen nicht zur Weiterfahrt ein.

Ein Crewwechsel findet heute nicht statt. Die Crew bleibt auch diese Woche an Bord. Wir nutzen die Zeit, um Kalmar genauer zu erkunden und einfach nur zu relaxen.

06.09.2026

Kalmar nach Karlskrona 59,5 sm

Der Wetterbericht verspricht heute einen sonnigen Tag mit moderatem Wind. Wir vertrauen auf die Meteorologen und sind um 05.30 Uhr aufgestanden. Wir frühstücken und checken nochmals das Wetter. Es bleibt bei der Vorhersage.

Um 07.00 Uhr legen wir ab und verlassen das gastliche Kalmar.

Noch im Hafen setzen wir die Segel und gehen auf Kurs. Natürlich schauen wir noch einmal zurück.

Als wir das Kalmarschloss in Sicht bekommen, sind wir aus der Abdeckung raus und trimmen die Segel noch einmal ein wenig nach.

Dann heißt es Kurs halten. Mit guten siebeneinhalb Knoten sind wir unterwegs. Wir können bis nach Utlängan segeln, dann dreht der Wind ein wenig zu unserem Ungunsten. Wir bergen die Segel und passieren die spannende Durchfahrt nördlich von Utlängan. Anschließend motoren wir bis vor die Hauptansteuerung von Karlskrona, wo wir abfallen können und erneut die Genua setzen.

Erst im Hafen von Karlskrona wird der Motor erneut gestartet. Die Genua wird geborgen. Wir passieren das berühmte Marinemuseum und steuern den Gasthafen an.

Ein Liegeplatz ist kein Thema, fast alles ist frei. Um 17.00 Uhr sind wir fest in der Box. Der Anleger belohnt diesen langen Tag auf See. Anschließend heißt es entspannen und den Abend genießen.

07.09.2026

Karlskrona nach Åhus 52,0 sm

Um 06.30 Uhr klingelt der Wecker. Wir machen unsere Morgenroutine und frühstücken. Es ist fast windstill und ein wenig bezogen.

Wir checken noch einmal die Wetterlage und machen uns klar zum Ablegen. Um 08.00 Uhr sind wir unterwegs. Wir fahren entlang der Hafenkaianlagen, passieren das Marinemuseum und den Militärhafen und setzen unseren Kurs auf die Hauptausfahrt Karlskrona ab.

Inzwischen haben wir unser Großsegel gesetzt und motoren bei fast Windstille auf die Hanöbucht. An Steuerbord passieren wir die alte Festungsanlage an der Einfahrt.

Der Wind soll im Laufe des Vormittags auf Süd drehen. Das sollte reichen, um unser Tagesziel Simrishamn zu erreichen. Zunächst motoren wir jedoch in unsere Wunschrichtung. Der Wind nimmt jetzt zu und dreht auch ein wenig zu unseren Gunsten, jedoch reicht die mögliche Höhe , welche wir beim Segeln erreichen, nicht für eine Direktansteuerung auf Simrishamn aus. Um 11.20 Uhr verstummt der Motor. Das Großsegel wird ein wenig gerefft und die Genua gesetzt. Wir steuern Plan B an. Unser neues Tagesziel ist Åhus. Mit uns sind noch einige andere Yachten in die gleiche Richtung unterwegs. Einige kreuzen auf und eine weitere Yacht entscheidet sich ebenfalls für Åhus. Inzwischen haben wir eine fünfer Wind mit sechser Böen. Dazu kommt die für die Hanöbucht bekannte Welle, welche sich schnell aufbaut.

Wir sind flott unterwegs und erreichen gegen 16.00 Uhr das Fahrwasser in den Hafen von Åhus. Die Segel werden geborgen und wir laufen ein. 16.30 Uhr sind wir fest. Hinter uns ist die andere Yacht bereits fest (wenige Minuten vor uns). Es sind alte Bekannte, welche ich schon in Finnland und den Ålands immer mal wieder getroffen habe. Eine freudige Begrüßung und ein kleine Seglertalk am Steg folgen.

Unser Liegeplatz befindet sich fast in bester Lage, direkt vor der weltbekannten Brennerei des ABSOLUT-Wodkas, für den Åhus so bekannt ist…

08.09.2026

Åhus nach Skillinge 32,0 sm

Die Beständigkeit des Wetter ist derzeit sehr stark in Zweifel geraten. Wir haben uns entschlossen, erneut gegen 08.00 Uhr auszulaufen und je nach der Situation auf See voran zu kommen.

Nach dem Frühstück sprechen wir kurz noch einmal mit der Nachbarcrew und sind dann gemeinsam gegen 08.30 Uhr unterwegs Richtung Süden.

Draußen erwartet uns ein schwacher Wind, der zum Motortörn einlädt. Hinzu kommt die Sperrung eines Teil des Schießgebietes vor Åhus. So motoren wir gen Süden und fahren einen kleinen Umweg. Die Schweden zeigen mit Hilfe von AIS-Signalen die genauen Grenzen des Sperrgebietes an, somit ist die Passage unproblematisch.

Der Wind sollte eigentlich auf West drehen, bleibt jedoch den ganzen Tag auf Süd bis Südwest. So motoren wir weiter und passieren Simrishamn. Die aktuelle Wetterlage lässt eine Weiterfahrt nach Süden zu. Kurz vor Skillinge stelle ich ein Verfärbung der Abgase fest. Wir entscheiden uns für ein Einlaufen in Skillinge, wo ich dann später nach dem Ursachencheck den Impeller wechsle, alles ist wieder o.k. .

Inzwischen ist auch die zweite Yacht hier angekommen. Wir entscheiden uns, heute hier zu bleiben und morgen früh die Reise fort zu setzen.

09.09.2026

Skillinge nach Ystad 23,0 sm

Auf Grund der nicht eindeutigen Wetterlage haben wir uns gestern Abend entschieden, früh aufzustehen und die Gunst des Morgens für eine Weiterreise nach Ystad zu nutzen. Der Wind soll erst im Verlauf des Vormittags wieder zunehmen…

Um 06.10 Uhr legen wir ab. Auch die zweite Yacht ist klar zum Ablegen. Wir verlassen das beschauliche Skillinge und motoren in den Morgen. Zunächst ist kaum Wind vorhanden.

Der Himmel ist Wolkenverhangen, nur ab und zu ist die Sonne zu sehen. Dafür gibt es immer wieder mal einen Regenschauer in Form von dichtem Nieselregen mit Wind und wenig Sicht.

Vor Ystad zieht noch einmal eine solche Wolkenwand auf und durch. Mit dem Ergebnis, das wir bei Einlaufen bestes Sonnenwetter haben. Gegen 10.45 Uhr laufen wir ein. Wir fahren gleich an die Tankstelle, da ein Tankstopp in unserem nächsten Hafen in Deutschland voraussichtlich unsere Bordkasse sprengen könnte…

Um 11.00 Uhr sind wir an unsere Liegeplatz fest. Der Anleger schmeckt auch zu dieser Uhrzeit. Dann heißt es für uns, Freizeit und den Rest des Tages entspannt verbringen, während draußen auf See weiße Schaumkronen zu sehen sind und der Wind im Rigg sein Lied singt…

Wann es dann weitergeht in Richtung Rügen, wird vor allem das Wetter entscheiden, da schauen wir heute Abend mal die verschiedenen Optionen an.

10.09. und 11.09.2026

Ystad nach 55° 02,8′ N 013° 30,8′ E und weiter nach Breege/Rügen 68,0 sm

Was zunächst wie ein Hafentag aussieht, ändert sich am Nachmittag doch zu der Entscheidung, wir laufen aus.

Wir, das sind jetzt unsere Yacht LAMANTijN und der Skipper. Gestern Abend hat sich die Crew entschieden, bei der zu erwartenden Wetterlage bereits vorher die Segelreise zu beenden und mit dem Zug nach Hause zu reisen. Da das Wetter in den vergangenen Tagen sehr wechselhaft war und sich nicht an die Prognosen gehalten hat, bleibe ich optimistisch. Und so eröffnet sich zum heutigen Abend ein gutes Wetterfenster für die Überfahrt nach Rügen.

Zunächst heißt es für mich, Yacht aufklaren und Waschtag. Natürlich nutze ich den Service des Hafens. Am Nachmittag noch eine kleine Mütze Schlaf zur Vorbereitung auf die Überfahrt. Es folgt nochmals der Wetterabgleich.

Um 19.30 Uhr verlasse ich das gastliche Ystad. Zunächst gibt es kaum Wind, jedoch noch etwas Dünung. So motore ich in Richtung Südwest.

Interessanter Weise ist heute die Verkehrssituation auf der Ostsee so spannend, das ich zufrieden bin, das nur der Motor an ist… Zwischendurch gibt es sogar segelbare Momente, jedoch in Höhe des Verkehrstrennungsgebietes vor der Rügenschen Küste ruht sich Rasmus wieder aus. Und wieder sind zahlreiche Handelsschiffe, welche unsere Kurs kreuzen. Dank unserem aktiven AIS gibt es keine Probleme und wir kommen alle miteinander klar…

Gegen 05.00 Uhr bin ich in der Ansteuerung zum Libbenfahrwasser Richtung Hiddensee und passiere um 05.55 Uhr erneut das Tonnenpaar 1 und 2.

Inzwischen fängt es an zu dämmern und eine Weiterfahrt durch das unbefeuerte Fahrweise Richtung Breege und Ralswiek ist unbedenklich möglich. Es sind jetzt noch zwei Stunden bis zu unserem Zielhafen in Breege auf Rügen.

Um 08.00 Uhr haben wir in der Box in Breege angelegt. Rund Ostsee 2026 ist damit Geschichte.

Im Logbuch unserer Segelreise stehen jetzt:

  • 1.940 Seemeilen, davon sind wir 802,5 Seemeilen gesegelt.
  • 62 Seetage und 3 Nachtfahrten sowie 21 Hafentage
  • Unsere Längste Etappe führte uns von Farösund/Gotland nach Möntu/Estland mit 110,00 Seemeilen.
  • Unsere kürzeste Etappe fand im Götakanal statt, Motala nach Borensberg mit 17 Kilometer

Beim Einlaufen in den Heimathafen in Breege konnte wir an unserer Steuerbordsaling die Gastlandflaggen von sechs besuchten Ostseeanrainern hissen.

An dieser Stelle vielen Dank an meine mich begleitende Crew auf den verschiedenen Etappen, ohne Sie wäre diese Reise mit diesen Erlebnissen und Eindrücken nicht möglich geworden. Vielen Dank natürlich auch an die zahlreichen Helfer, Freunde und vor allem die Familie, welche mich bei diesem Projekt erneut bestens begleitet und motiviert haben.

Und wie es weitergeht im kommenden Jahr, wird sich vielleicht auf dieser Webseite in wenigen Woche zeigen. Auf jeden Fall gibt es noch viele Ideen und Projekte, die nach einer Umsetzung rufen…