Logbuch 25.07. bis 01.08.2026

25.07.2026

Motala

Heute ist Crewwechsel. Es heißt erneut Abschied nehmen, Schiff klar für die nächste Etappe und neue Crew erwarten und in Motala begrüßen.

Das Wetter passt zum Crewwechsel, es ist wechselhaft, am Nachmittag regnet es sogar ein wenig…

26.07.2026

Motala nach Borensberg 9,0 sm

Das Wetter scheint sich zu bessern, zumindest scheint am Morgen die Sonne. Dazu gibt es weiterhin einen kräftigen Wind.

Wir frühstücken um 08.00 Uhr, machen anschließend die Sicherheitseinweisung und eine erste Törnbesprechnung. Als kleines Highlight begegnet uns noch die „Diana“, eine weiteres historisches Fahrgastschiff der Kanalgesellschaft.

Um 11.00 Uhr gehen wir in die erste Schleuse des heutigen Tages. Alles klappt gleich beim ersten Mal. Wir sind wieder unterwegs und passieren kurze Zeit später das Grabmal des Kanalerbauers Baltzar von Platen.

Nach 2,5 km machen wir den ersten Stopp des Tages in Motala Verkstad, einen Ausstellungsgelände zur Geschichte des Kanalbaus.

Eine Stunde später sind wir unterwegs. Eine Viertelstunde später erreichen wir Borenshult. Hier erwartet uns die erste große Schleusentreppe des Kanals. Wir müssen wir bis 14.30 Uhr warten, da die Bergschleusung gerade für mehrere Schiffe stattfindet.

Um 14.30 Uhr ist es für uns soweit. Wir sind drei Yachten, die auf die Talfahrt gehen. Zuvor haben wir uns über die Belegung der Schleusenkammer abgestimmt. Nach ungefähr 45 Minuten ist es geschafft. Wir haben alle Schleusen passiert und schauen auf den See Boren.

Nach dem letzten Schleusentor klaren wir auf an Deck und setzen unsere Genua. Wir können wieder segeln. Wir werfen noch einmal einen Blick zurück auf die imposanten Schleusenanlage.

Nach sechseinhalb Seemeilen erreichen wir das andere Ende des Boren. Dort bergen wir die Segel und laufen erneut in den Kanal ein. Der Gasthafen ist überschaubar gefüllt. Wir finden schnell einen guten Liegeplatz und legen an. Der Anleger ist nach dem heutigen Tag verdient.

Nach der Erkundung der Gegebenheiten an Land fällt die Entscheidung leicht. Heute Abend grillen wir. Alles wird vorbereitet und so klingt ein schöner Segeltag auf dem Götakanal mit einem leckererem Grillabend in Borensberg aus…

27.07.2026

Borensberg nach Berg 11,50 sm

Eine ruhige Nacht liegt hinter uns, die Sonne scheint und es sind einige Wolken am Himmel. Die Morgenroutine läuft und der Frühstückstisch ist gedeckt.

Um 09.40 Uhr legen wir ab. Wir sind das einzige Schiff Richtung Mem. Die Schleuse öffnet und wir laufen ein. Wir haben gefühlt den ganzen Kanal für uns…

Die anderen Schiffe fahren fast alle Richtung Westen. Wir passieren eine Reihe von Brücken und haben später einige Entgegenkommer. Die Landschaft lädt zum Träumen und verweilen ein und strahlt eine beschauliche Ruhe aus.

Wir überqueren einige Straßen und erreichen gegen Mittag die vier Doppelschleusen vor Berg.

Nachdem wir die insgesamt acht Schleusen passiert haben, ist es 13.15 Uhr. Wir suchen uns im Oberwasser von Berg einen Liegeplatz für den heutigen Tag. Noch ist die Liegeplatzsituation ganz entspannt. Erst später kommen eine Reihe von Bergfahrer hinzu. Aber der Hafen wird nicht wirklich voll…

Die gewonnene Zeit nutzen wir für die Erkundung des Ortes. Und natürlich wechseln wir auch einmal die Perspektive, wir sind mal nicht die Bootsleute in der Schleuse, sondern die interessierten Zuschauer am Rande der vielen Schleusen.

Vor uns liegt vor morgen die Carl Johans Schleusentreppe, bestehend aus sieben Schleusenkammern, eine Herausforderung für sich. Wir schauen uns das schon einmal an und genießen den Nachmittag und den Abend…

28.07.2026

Berg nach Norsholm 14,5 sm

Heute ist frühes Wecken angesagt. Laut gestriger Auskunft der Schleusenwärter können wir um 08.00 Uhr in die Carl Johans Schleusentreppe einfahren. Um 07.15 Uhr liegen wir am Wartesteg der Schleuse.

Wir frühstücken und bekommen Besuch vom Schleusenpersonal. Planänderung, um 09.40 Uhr kommt die Wilhelm Tham von Westen und wird talwärts geschleust. Danach sind wir dran. Somit haben wir noch etwas Zeit und schauen uns das Spektakel der Schleusung der Wilhelm Tham um 09.40 Uhr an.

Um 10.15 Uhr beginnt unsere Talfahrt. Mit zwei weiteren Motorboote sind wir unterwegs. In der Schleuse reguliert sich alles sehr schnell trotz des starken Windes, wir haben bereits über 20 Knoten nur in der Schleuse, und das von hinten…

90 Minuten später öffnet sich das letzte Schleusentor und der See Roxen liegt vor uns. Wir klaren auf, blicken noch einmal zurück auf das imposante Bauwerk und setzen unsere Genua, gerefft, da uns der See mit viel Wind erwartet…

Wir segeln wieder und sind gut unterwegs. Der Wind hat in der Spitze über 30 Knoten, so das wir die nächsten 13 Seemeilen in zwei Stunden abgesegelt haben.

Kurz vor Norsholm bergen wir die Genua und laufen in den Kanal ein. Dort kommt gleich die Eisenbahnbrücke und die Schleuse.

Zu unserer Überraschung liegt dort die Wilhelm Tham fest und die Brücke zeigt ein rotes Signal. Wir legen an und sprechen mit der Kapitänin der Wilhelm Than, später kommt die Schleusenwärterin hinzu. Die Eisenbahnbrücke ist defekt, eine Weiterfahrt ist vorerst nicht möglich.

Es ist 14.20 Uhr und wir checken unseren Liegeplatz für die Nacht und die Gegebenheiten vor Ort. Es gibt einen Supermarkt, mehrere Restaurant, viele freundliche Menschen und noch zwei weitere Yachten, welche nach uns gekommen sind…

Später erfahren wir, das die Reparatur zum Abend hin erledigt sein wird und die Wilhelm Tham eine Nachtfahrt im Kanal macht. Wir werden morgen um 09.00 Uhr durch die Brücke und die Schleuse gehen und das Abenteuer Götakanal fortsetzen.

Und ganz nebenbei sei bemerkt, das wir in den letzten drei Tagen 35 Seemeilen zurückgelegt haben, davon konnten wir 19,5 Seemeilen segeln, das passt doch…

29.07.2026

Norsholm nach S.Carlsborg 10,5 sm

Gestern Abend haben wir noch die Weiterfahrt der Wilhelm Tham beobachtet. Damit ist auch klar, das die Brücke repariert ist und unsere Weiterfahrt gesichert ist.

Wir stehen wie gewohnt auf und frühstücken. Beim Frühstück bemerken wir, das die anderen Yachten hinter uns bereist ablegen und durch die Brücke gehen. Wir klaren auf und gehen um 08.40 Uhr durch die Brücke. Hinter der Brücke legen wir noch einmal kurz an, um das Servicegebäude zu besuchen.

Um 09.15 Uhr sind wir unterwegs. Schleuse für Schleuse und Brücke für Brücke. In der Schleuse S.Carlsborg versagt plötzlich unsere Gangschaltung. Mit Hilfe der ganze Crew verhindern wir schlimmeres und sind zunächst fest für die Schleusung. Hinter der Schleuse ist ein kleiner Steg. Ein schwedisches Motorboot schleppt uns bis zum Steg. Es ist 14.00 Uhr. Dort beginnt die Fehlersuche, mit dem Ergebnis: ein gerissener Bowdenzug zum Getriebe. Da so etwas in der Regel nicht an Bord als Ersatzteil vorhanden ist, begann jetzt die Materialbeschaffung. Per Taxi und mit vielen freundlichen Schweden, allen voran das Schleusenpersonal, war ich zwei Stunden später mit einem Bowdenzug an Bord.

Und ganz nebenbei haben wir noch einmal das Glück, die Wilhelm Tham auf der Rückfahrt nach Göteborg zu beobachten…

Die Reparatur dauert noch bis 21.30 Uhr, dann hat alles wieder funktioniert. Das Feierabendbier war somit redlich verdient…

30.07.2026

S.Carlsborg nach Fyrudden 42,0 sm

Nach einer kurzen Nacht und einem guten Frühstück legen wir um 08.55 Uhr ab. Alles funktioniert. Um 10.25 Uhr haben wir die Schleuse Söderköping passiert. Wir legen an und ergänzen unsere Vorräte.

Um 12.15 Uhr erreichen wir Mem. Wir bummeln noch einmal durch das Gelände, versorgen uns mit den letzten Kanalsouvenirs und verlassen die Schleuse Mem um 13.10 Uhr.

Wir sind auf der Ostsee. Wir klaren LAMANTijN auf, verstauen Leinen und Fender und sind wieder segelklar. Kurze Zeit später ist die Genua gesetzt.

Wir passieren die Engstelle mit der Seilzugfähre Stegeborg und folgen dem Verlauf des Fahrwasser Richtung Hauptfahrwasser nach Süden. Jetzt ist auch wieder der Motor an, da wir südliche Winde haben. Wir passieren die Tonne Kejsaren, welche mit einer goldenen Krone verziert ist und folgen dem spannenden Fahrwasserverlauf.

Um 20.30 Uhr erreichen wir Fyrudden, unseren Starthafen für unsere morgige Überfahrt nach Gotland. Der Hafen ist gut gefüllt, wir finden jedoch auch einen Liegeplatz für die Nacht. Der Anleger schmeckt und die Chance wird genutzt, um die Gegebenheiten des Ortes und des Servicegebäudes zu erkunden…

31.07.2026

Fyrudden nach Visby/Gotland 57,5 sm

Ein Regengebiet zieht am Morgen über Fyrudden. Wir stehen um 06.30 Uhr auf und frühstücken kurze Zeit später.

Um 08.00 Uhr sind wir unterwegs. Gleich hinter der Hafenausfahrt setzen wir die Segel und gehen auf Kurs. Zunächst müssen wir aus dem Gebiet der Ostschären in die freie Seesegeln. Der Wind schwächelt, so das der Motor ab und zu mithelfen muss.

Ein Stunde nach dem Ablegen ist klar, wir lassen den Motor wieder mithelfen, ansonsten wird das mit der Ankunftszeit in Visby sehr spannend. So bleibt es dann im Wechsel mit einem Segelabschnitt und einer Motorphase. Die Passage an sich ist unspektakulär. Die alte Dünung des gestrigen Starkwindes sorgt noch für etwas Bewegung auf dem Meer. Vor Gotland können wir noch eine kleine Etappe segeln.

Vor der Hafeneinfahrt bergen wir die Segeln und laufen ein. Der erste Weg führt zur Tankstelle, da die morgige neue Crew einen vollen Tank mit auf den nächsten Törnabschnitt bekommt.

Kurze Zeit später sind wir im Gasthafen von Visby fest. Der Hafenmeister hat uns per Schlauchboot in Empfang genommen und einen Liegeplatz zugewiesen. Alles passt. Um 19.00 Uhr sind wir fest im Gasthafen. Ein Segelfreund begrüßt uns herzlich und die Wiedersehensfreude ist groß. Wir verbringen den Abend gemeinsam, gehen essen und lassen diesen schönen Tag an Bord ausklingen…

01.08.2026

Visby

Heute ist Crewwechsel. Wir frühstücken noch einmal in aller Ruhe und verabschieden uns später. Alle Crewmitglieder werden noch einige Tage auf Gotland bleiben. Für mich beginnt der Alltag des Crewwechsels und die Vorbereitung auf das Eintreffen der neuen Crew am Abend…

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