18.07.2026
Mariestad
Nachdem ich gestern bereits in Mariestad angereist und wieder an Bord gekommen bin, haben wir heute Vormittag den nächsten Crewwechsel eingeleitet.

Die Crew Göteborg hat das Schiff mit einem schönen und erlebnisreichen Törn bei bestem Wetter bis nach Mariestad gefahren.
Gestern Abend haben wir bei einem guten Essen die vergangene Woche ausgewertet. Heute morgen haben wir Abschied genommen. Um 08.00 Uhr fuhr der Zug von hier nach Göteborg…


Ich habe die Zeit genutzt und die Yacht für die nächste Segeletappe vorbereitet. Zum späten Nachmittag ist die neue Crew komplett an Bord eingetroffen. Nach dem Willkommen besprechen wir kurz den bevorstehenden Abend und den morgigen Sonntag. Wir werden auf Grund des Wetters wohl hier bleiben und haben morgen viel Zeit für die weitere Einweisung und die Törnbesprechung. Während die Crew den örtlichen Supermarkt besucht, nutze ich die Zeit zur Aktualisierung unseres Logbuches…


Anschließend werden wir Essen gehen und den ersten Abend gemütlich ausklingen lassen…
19.07.2026
Mariestad
In der Nacht hat der Wind deutlich zugenommen und aus dem Regenschauern ist klassischer Dauerregen geworden. Wir frühstücken um 09.00 Uhr, checken die Wetterlage und gehen entspannt in den heutigen Hafentag.


Zunächst gibt es die Sicherheitseinweisung. Danach besprechen wir unsere Törnplanung und machen uns mit den Besonderheiten des Götakanals vertraut. Der Rest des Tages gehört der Crew und dem Kennenlernen des Ort und der Gegebenheiten. Zum Mittag hat der Dauerregen aufgehört…
20.07.2026
Mariestad nach Lindökroken 14 sm
Die Sonne hat sich durchgesetzt und der Wund ist am abklingen. Wir frühstücken und besprechen unseren heutigen Tag. Anschließend gibt es den zweiten Teil unserer Sicherheitseinweisung an Deck.


Um 11.00 Uhr ist alles soweit klar. Wir legen ab und nehmen Abschied von Mariestad. Nach dem Aufklaren an Deck motoren wir noch eine Seemeilen Richtung Norden, bevor wir auf Westkurs gehen und unsere Genua setzen.


Nach weiteren dreieinhalb Seemeilen wird wieder der Motor gestartet und wir fahren erneut Richtung Norden in den Brommösund. Später können wir noch einmal segeln und tasten uns dann langsam in den kleinen Naturhafen von Lindökroken hinein.


Wir finden einen freien Liegeplatz am Steg und machen längsseits fest. Die kleine Insel ist sehr beschaulich. Unser Liegeplatz ist nicht nur idyllisch, sondern verspricht auch einen entspannten Tagesausklang inmitten schöner Natur…

21.07.2026
Lindökroken nach Sjötorp 18,5 sm

Nach einer wunderbaren Nacht in dieser schönen Bucht frühstücken um 08.00 Uhr noch unter dem Eindruck des gestrigen Abends an Land und an Bord.


Um 09.00 Uhr legen wir ab und verabschieden uns von Lindökroken. Es ist windstill und leise und langsam fahren wir aus der Bucht. Auch auf dem Vänernsee schläft der Wind noch, so das unsere Überfahrt nach Sjötorp zu einer Motorreise wird.


Gegen 12.40 Uhr laufen wir in Sjötorp ein und legen vor der ersten Schleuse im Gasthafen an. Wir gehen zum Kanalbüro und checken ein.


Ausgerüstet mit dem Skipperguide und dem entsprechenden Kanalticket kehren wir an Bord zurück. Kurze Zeit später legen wir ab und machen unsere erste Bergschleusung in den Kanal.


Gleich hinter der ersten Schleuse ist auch der erste Kanalhafen, an dem wir für heute unsere Reise beenden.


Wir genießen unseren Anleger und lassen uns von dem Götakanalfeeling verzaubern. Das Wetter ist sonnig und es sind viele Urlauber am Kanal unterwegs, mit Booten Wohnmobilen, Autos, Fahrrädern und auch zu Fuss. Und wir sind mittendrin und müssen uns erst einmal an diesen Trubel gewöhnen… Also geht es an den Eisstand und zur Erkundung des Reviers.


Nach einem schönen Grillabend mit der Crew unseres begleitenden Partnerschiff grillen wir am Abend und spielen eine Runde Boule. Die untergehende Sonne umrahmt diesen schönen Abend…
22.07.2026
Sjötorp nach Töreboda 10 sm
Der Kanal öffnet um 09.00 Uhr. Damit steht unser Morgenprogramm fest: 08.00 Uhr Frühstück, anschließend klar Schiff und wenn es passt, gleich als Erster in die nächste Schleuse.


Es funktioniert. Da das Wetter umgeschwungen ist und immer wieder ein Regenschauer unterwegs ist, treibt es nicht viele Bootsfreunde auf das Wasser.
Wir sind zu Zweit in der Schleuse und gefühlt die Einzigen, die heute in diese Richtung wollen. Das Schleusen bergauf ist etwas anders als bei uns zu Hause, funktioniert jedoch sehr gut. Bald sind wir ein eingespieltes Team und kommen gut voran. Bis Godhögen treffen wir lediglich drei Entgegenkommer.


In Godhögen haben wir eine kleine Wartepause, da ein Fahrgastschiff von hinten kommt. Anschließend sind wir gleich wieder dran zum Schleusen.


So geht es insgesamt 18 x zum Bergaufschleusen. Dabei gibt es Einzelschleusen, Doppelschleusen und bereits auch eine Dreiertreppe.


Gegen 16.00 Uhr erreichen wir Töreboda. Der Gasthafen ist bereits gut gefüllt, wir finden jedoch noch zwei Längsseitsliegeplätze für uns.
Und wir organisieren uns sogar noch einen Stromanschluss zum Schiff, unser schwedischer Vordermann staunt nicht schlecht.

Heute werden wir hier bleiben, noch einige Einkäufe tätigen und den Abend in der Ruhe der kleinen Stadt verbringen. Morgen soll das Wetter wieder besser werden und damit voraussichtlich auch der Schiffsverkehr im Kanal…
23.07.2026
Töreboda nach Karlsborg 26,0 sm
Kurz vor 09.00 Uhr haben wir abgelegt und warten vor der ersten Brücke. Diesmal sind wir eine kleine Flottille in Richtung Vätternsee. Pünktlich öffnet um 09.00 Uhr die Brücke und kurz danach auch die Eisenbahnbrücke. Wir sind wieder unterwegs.




Unsere nächste Schleuse ist erst in Tätorp. Diese Schleuse ist die einzigste Schleuse mit Handbetrieb. Hier darf noch aktiv mit angefassst werden…
Bis dahin folgen wir dem schmalen Verlauf des Kanals und haben heute etwas mehr Gegenverkehr. Die Sonne am Vormittag hat das Bootsvolk aktiviert…


Hinter der Schleuse kommen wir auf den See Viken. Es weht ein guter Westwind, der natürlich zum Segeln einlädt. Die nächsten acht Seemeilen schweigt unser Motor.


Es folgt eine der eindrucksvollsten Passage des Kanals, die Engstellen Spetsnäskanalen und Billströmen mit einer minimalen Breite von 12 m, das ist nicht für Gegenverkehr geeignet…




Anschließend sind wir vor der Schleuse Forsvik, welche für uns die erste Abwärtsschleuse wird. Wir verlassen dort den Scheitelpunkt des Götakanals und werden ab jetzt runter auf das Ostseeniveau geschleust, das sind aber noch einige Schleusen vor uns…


In Forsvik verabschieden wir uns von unserem Begleitschiff und werden etwa schneller unterwegs sein als die andere Crew. Um 16.15 Uhr sind wir in Karlsborg vor der Brücke angekommen. Wir nutzen die Gunst der Stunde und füllen unseren Dieseltank auf. Um 16.30 Uhr passieren wir die letzte Brücke für diese Törnetappe und sind jetzt auf dem Vätternsee.

Wir suchen uns einen ruhigen Liegeplatz für die Nacht in Karlsborg und freuen uns auf den morgigen Segeltag auf dem Vätternsee…
24.07.2026
Karlsborg nach Motala über Vadstena 22,5 sm
Der Morgen weckt uns mit dem vertrauten Plätschern der Wellen am Heck. Der Wind hat gedreht und verspricht heute einen guten Segeltag.


Eine kleine Überraschung folgt. Die MS JUNO, das älteste registrierte Kreuzfahrtschiff mit Übernachtungsmöglichkeit weltweit, gebaut 1874 in der Motala, passiert uns im Gasthafen von Karlsborg. Es ist immer wieder imposant, diese Zeugen der Vergangenheit heute noch live zu sehen. Nach unserem Frühstück und dem klassischen Bordprozedere sind wir zu 09.00 Uhr klar zum Ablegen.


Um 09.10 Uhr verlassen wir den Kanal und sind in der Bucht von Karlsborg am Vätternsee. Wir setzen unsere Genua in Erwartung des angesagten Windes und sind unterwegs. Nachdem wir aus der Abdeckung der Bucht gekommen sind, weht der angesagte fünfer Südwind und hat eine gute Welle im Gepäck. Wir sind mit 7 bis 8 Knoten unterwegs und erreichen zügig die Ansteuerung von Vadstena.


In der Bucht vor Vadstena haben wir etwas Windschutz. Wir laufen ein und finden einen bereits gut gefüllten Gasthafen vor.


Später erfahren wir auch den Grund dafür, heute Abend gibt es ein Burgkonzert von Miss Li und morgen spielt hier Takida, zwei angesagte schwedischen Musiker bzw. Bands, leider sind wir dann schon wieder unterwegs…
Unabhängig davon treffen wir noch auf eine weitere Überraschung, das Dampfpassagierschiff S/S Traffic läuft ein. Es ist einer der am besten erhaltenen Dampfer Schwedens, erbaut 1892, und läuft heute noch als Passagierschiff auf dem Vätternsee.

Wir legen gegen 13.15 Uhr wieder ab. Mittlerweile hat der Wind im Hafen bereits 24 Knoten erreicht, soll jedoch abnehmen. Da wir unter Land und im Windschutz unterwegs sind, passt das auch mit dem segeln.


Unsere Genua bergen wir erst unter der Brücke von Motala, welche wir um 15.15 Uhr passieren. Die letzten Meter motoren wir und finden einen guten Liegeplatz im Gasthafen von Motala. In der Nähe ist das historische Gebäude der Kanalverwaltung und die Stadt macht selbst einen sehr lebhaften Eindruck mit Stadtfest und vielen Aktivitäten.

Damit ist die nächste Segeletappe unserer Skandinavienreise erledigt. Wir konnten somit die erste Hälfte des Götakanals mit insgesamt 88 Seemeilen mit 34 Segelmeilen absolvieren.
Morgen ist Crewwechsel und wir gehen in die zweite Etappe unserer Götakanalreise…