05.07.2026
Roskilde Hafentag

Das Roskilde-Festival ist heute Nacht zu Ende gegangen. An Bord ist alles klar zur Weiterfahrt in Richtung Norden. Die Dynamik und Energie des Festivals hat sich jedoch auch auf das Wetter übertragen. Wir haben gute Böen und starken Wind im Hafen und das bei schönstem Sonnenwetter. Im Roskildefjord und im Kattegat gibt es sogar noch mehr davon.
Wir bleiben und vertagen unser Auslaufen auf den morgigen Tag…
06.07.2026
Roskilde nach Torekov 67,5 sm
Der Wetterbericht verspricht einen ruhigen und teils regnerischen Tag zwischen zwei Tiefdruckgebieten…

Um 05.00 Uhr hat der Wecker geklingelt. Dank des Bäckers in Roskilde gibt es auch heute frische Brötchen zum Frühstück. Dann heißt es Abschied nehmen, von Roskilde und unserem Segelfreund, welcher heute ebenfalls wieder ablegt und gen Ostsee unterwegs sein wird….

Um 07.00 Uhr legen wir ab. Die Brücke in Frederikssund bestimmt zunächst unser Tempo und die Entscheidung, zu motoren.

Wir sind pünktlich zur Brückenöffnung angekommen und können mit einer kurzes Verschnaufpause die Brücke passieren.

Mit dem Strom und teils gegen den Wind geht es weiter bis nach Hundested.
Der Versuch, zu segeln wird nach kurzer Zeit wegen Windschwäche und beginnender alter Dünung abgebrochen. Somit entscheiden wir uns, heute etwas Strecke zu machen und peilen Torekov als mögliches Ziel an. Zu dem schwachen Wind gesellt sich noch etwas Regen.

Es ist 19.15 Uhr, als wir in Torekov einlaufen und auf Liegeplatzsuche gehen. Wir finden eine kleine Box, welche unseren Ansprüchen genügt und ausreichend Sicherheit für den bevorstehenden Starkwind gibt. Um 19.30 Uhr verstummt der Motor. Es folgt noch etwas Leinenkorrektur, dann ist es Zeit für den Anleger.

Auf Grund der fortgeschrittenen Zeit und des langen Tages auf See entscheiden wir uns heute mal für eine Pizza To Go , welche wir genüsslich an Bord verzehren…
07.07.2026
Torekov Hafentag
Das nächste Sturmtief ist da. Bereits am Morgen bläst es kräftig mit 20 bis 25 Knoten Wind aus West. Und das ist erst der Anfang. Für den Nachmittag ist fast das Doppelte angesagt. Damit fällt die Entscheidung leicht – Hafentag…


Wir nutzen den Vormittag für einen Spaziergang am Meer und durch den kleinen Ort.



Später wird nochmals die Vertäuung der Yacht gecheckt, dann beginnt das gemütliche Unterdeckabwarten und schauen was da kommt – Prozedere.


So ist die Situation um 17.00 Uhr hier im Hafen. Morgen sehen wir weiter, was das Wetter so mit uns macht…
08.07.2026
Torekov Hafentag
Der Sturm ist in der Nacht mit seinem Höhepunkt durchgezogen. In den Morgenstunden wurde es ruhiger. Trotzdem wurde es eine Nacht mit wenig Schlaf, da ständig die Leinen und Fender kontrolliert werden mussten.
Am Vormittag sind noch 20 bis 25 Knoten Wind und viel Welle. Das soll den ganzen Tag so bleiben, so das wir unsere Weiterfahrt auf morgen verschieben.


Es läuft auch kaum ein anderer Wassersportler aus, dafür kommen noch eine Reihe Yachten rein, so das der Hafen langsam als überfüllt betrachtet werden muss. Irgendwie engagiert man sich aber und so findet jede, auch noch so große Yacht irgendeinen Liegeplatz in der Enge des kleinen Gasthafens…
09.07.2026
Torekov nach Valldo Sandö 71,0 sm
Seit dem frühen Morgen ist schon Betrieb im Hafen. Eine Yacht nach der anderen verlässt das gastliche Torekov und ist wieder unterwegs. Der Wetterbericht verspricht gute Aussichten und auch wir haben noch einiges an Distanz bis Göteborg vor uns. Wir legen um 07.00 Uhr ab, besuchen noch die Tankstelle und sind unterwegs.


Der Wind kommt aus Nordost und ist eigentlich ein guter Segelwind, jedoch sind wir und einige andere Yachten mit Motor unterwegs, da ein aufkreuzen fast Doppelte an Zeit und Distanz mit sich bringt. Und wir wollen Freitag Abend in Göteborg sein. Dazu kommt die Unbeständigkeit des Wetters, so dass wir heute die Gelegenheit zum Strecke machen nutzen. Gegen Mittag haben wir bereits fast 30 Seemeilen geschafft. Wir sind in Höhe Falkenberg und passieren Glommen, Varberg und den Kungsbackafjord.


Nach dem wir an Backbord das markante Leuchtfeuer Nidingen passieren, sind wir schon im Einzugsbereich der Westschären Schwedens. Unser heutiges Tagesziel ist Vallda Sandö, ein gemütlicher Seglerhafen, welcher von einem Verein betrieben wird und über Gastliegeplätze verfügt, eingebettet in einer schönen Landschaft.


Es ist 19.30 Uhr, als wir die spannende Einfahrt passiert haben und eine guten Liegeplatz gefunden haben. Bis Göteborg ist es nun nicht so weit. Zunächst einmal wird der Anleger genossen, es folgt ein gutes Abendessen und natürlich der Landeinfall in dieser schönen Landschaft…

10.07.2026
Valldo Sandön nach Göteborg 30,5 sm
Wir nutzen die Gunst der Stunde und schlafen erst einmal richtig aus.

Ein spätes Frühstück und relaxt in den Tag gehen, das sind die nächsten Aktionen unseres Tagesbeginns. Gegen Mittag hält uns dann doch nichts mehr im Hafen.


Wir legen ab, passieren die immer noch spannende Ausfahrt und setzen endlich die Segel. Der Wind bleibt bei Nordwest bis Nord, das stört uns jedoch nicht, da wir jetzt Zeit haben. Entspannt segeln wir durch die Schärenlandschaft und kreuzen Richtung Göteborg mit langen Schlägen auf.


Erst in der Götaalv vor der ersten Hochbrücke bergen wird die Segel. Ab hier ist segeln verboten. Dafür sorgt aber die Passage durch die Göteborg Hafencity wie immer für abwechslungsreiche und interessante Aussichten und Begegnungen.


Vor der Hebebrücke in Höhe der Marine Lilla Bommen, der angesagten Göteborger Marina, warten wir am Brückensteg auf die nächste Brückenöffnung.


Um 18.35 Uhr ist es soweit. Zügig passiert der Pulk der wartenden Segler beidseitig die Durchfahrt.

Schon schließt sich die Brücke wieder und wir sind wieder im Binnenrevier.


Ab hier beginnt in der kommenden Törnwoche die Passage durch die Götaalv, den Trollhättankanal und den Götakanal. Zunächst einmal steuern wir die Göteborg Citymarina an, wo morgen der Crewwechsel und die Skipperübergabe stattfindet, da ich für eine Woche nach Berlin zurückfahre und dort einiges erledigen darf. Ab Mariestad bin ich wieder an Bord. Dann wird die Berichterstattung in unserem Logbuch auch lückenlos weiter gehen. Zumindest jedoch geht unsere Segelreise weiter und nimmt ihren geplanten Verlauf…