Logbuch 23.05.-30.05.2021

24.05.2021    Torekov nach Varberg    51,0 sm

Das Wetter ist wie umgewandelt. Die Sonne scheint, einige helle Wölkchen am Himmel und ein schöner Tag kündigt sich an.

Nach dem Wettercheck und dem Frühstück entscheiden wir uns für einen langen Segelschlag nach Norden. Wir wollen einfach die Chance nutzen, um Richtung Schären zu kommen.

Es ist 09.25 Uhr, als wir ablegen. Zunächst motoren wir ein wenig, da der Wind noch schwächelt. Eine Stunde später setzen wir die Segel und es kehrt Ruhe ein im Schiff.

Um 17.45 Uhr sind wir vor der Mole von Varberg. Wir bergen unsere Segel und laufen ein. Ein Liegeplatz ist kein Problem.

Die Hafengebühr wird entrichtet und wir stellen fest, dass die Waschmaschine verfügbar ist. Somit ist die Abendgestaltung auch gesichert. Der Anleger schmeckt, das Abendessen auch und die Wäsche kann frisch gewaschen wieder in die Schaps gestaut werden….

25.05.2021     Varberg Hafentag

Am Morgen scheint noch die Sonne, jedoch ist die erneute Wetterverschlechterung bereits zu erahnen. Wir prüfen die Optionen und haben die Idee, die gewonnene Zeit für einen Abstecher nach Læsø zu nutzen, der dänischen Insel nordwestlich von Varberg. Unsere Erfahrung aus Kopenhagen folgend, rufen wir beim Hafenamt auf der Insel an. Der Hafenmeister freut sich natürlich über unsere Absicht, verweist jedoch auf unsere Nachfrage darauf, dass sich am Regelwerk der Anreise noch nichts verändert hat. Wir müssten noch einmal einen aktuellen Antigentest machen und sind damit sofort willkommen. Er informiert uns auch, dass am kommenden Freitag eine Entscheidung zur Veränderung der aktuellen Einreiseregelungen erwartet wird. So verständigen wir uns auf einen späteren Besuch dieser schönen Insel und hoffen gemeinsam, dass sich die Situation zu Gunsten der Normalität ändert.

Inzwischen trommelt der Regen auf das Deck und wir entscheiden, das Beste aus dieser Situation zu machen. Wir bleiben hier und werden die morgige Wetterbesserung nutzen, um in den Schärengarten der Westschären vor Göteborg zu segeln…

26.05.2021     Varberg nach Vrångö     41,0 sm

Es hat bis morgens um 06.00 Uhr durchgeregnet. Der Wetterbericht verspricht jedoch Aufheiterung und Wetterverbesserung. Der angesagte Südwind ist auch genau das Richtige für uns, so dass wir uns erneut für einen längeren Segelschlag bis in die Schären vor Göteborg entscheiden.

Um 09.30 Uhr haben wir abgelegt und verlassen das gastliche Varberg. Gleich hinter der Mole wird die Genua gesetzt und wieder geht es auf nördlichen Kurs, vorbei an den der Küste vorgelagerten Untiefen und Leuchtfeuer.

Es ist wieder ein schöner Segeltag und wir sind nicht alleine unterwegs.

Gegen 16.00 Uhr ist der Wind soweit eingeschlafen, dass wir den Motor für die letzten Meilen starten. Wir tasten uns durch die unbetonnte Südansteuerung nach Vrångö und sind um 17.30 Uhr fest.

Mit uns liegen vier Gastlieger hier (aus Niederlande, der Schweiz und Deutschland). Wir genießen die Ruhe im Hafen und auf der Insel und machen einen kleinen Spaziergang zum ehemaligen Lotsenturm, um die abendliche Stimmung einzufangen und wirken zu lassen…

27.05.2021     Vrångö nach Hörö Klåva     16,5 sm

Der Wind hat auf Nord gedreht und die Wetteraussichten sehen gut aus, was die bevorstehenden Tage betrifft. Da wir noch etwas Zeit haben, bis wir in Göteborg die neue Crew an Bord nehmen, werden wir das Wetter und die Gelegenheit nutzen, um uns noch ein wenig in den Außenschären umzuschauen. Zunächst schauen wir jedoch in den örtlichen Supermarkt, was unseren Fehlbedarf an Lebensmittel betrifft. Wir werden fündig und legen um 10.30 Uhr ab.

Zunächst tasten wir uns erneut durch die felsige Landschaft zur offenen See hinaus.

Die Genua wird gesetzt und wir gehen auf Am-Wind-Kurs. Dabei passieren wir die Außenreede von Göteborg und die markante Lotseninsel Vinga.

Später folgt eine Wende und wir können die südliche Einfahrt nach Hörö Klåva gut anliegen. Am wegweisenden Leuchtturm auf Benskär bergen wir unsere Genua und motoren die letzte Meile durch die sichtbaren und unsichtbaren Felsen der Außenschären.

Der Hafen ist groß und geräumig. Wir entscheiden uns für einen Längsseitsliegeplatz direkt am Fischereimuseum und in direkter Nähe mehrerer Restaurants. Das Ambiente gefällt uns und so gehen wir nach dem Anlegerzeremoniell sowie einem kleinen Kaffee und den berühmten Zimtschnecken auf Erkundungstour in den Ort…

28.05.2021     Hörö Klåva nach Hyppeln     15,5 sm

Nach einem schönen Sonnenuntergang und einer ruhigen und hellen Nacht weckt uns die Sonne mit strahlend blauen Himmel. Es scheint so, als sei der Sommer gekommen. Die Wetteraussichten passen auch dazu, nur die Temperatur ist noch nicht ganz sommerlich, immerhin sind aber 14-15°C.

Nach einem guten Frühstück fällt die Entscheidung leicht, wir legen ab und segeln weiter Richtung Norden. Hinzu kommt die Erkenntnis, das heute Freitag ist und unsere schwedischen Gastgeber in das wohlverdiente Wochenende wechseln. Damit müssen wir auch mit mehr Bootsverkehr und weniger Liegeplätzen rechnen…

Zunächst verlassen wir das gastliche Hörö Klåva und setzen noch in der Ausfahrt die Genua. Nach der Passage der letzten Felsen folgt ein Labyrinth an Fischereizeichen, welches wir jedoch gut meistern. Das Großsegel gesellt sich zur Genua und wir segeln hoch am Wind.

Vom Skagerrak her kommen immer wieder Nebelschwaden, welche jedoch durch die stark scheinende Sonne aufgelöst werden, so dass sie uns nicht am Segeln behindern. Es wird erneut ein schöner Segelschlag, welcher viel zu schnell zu Ende geht. Wir fallen ab und laufen wieder in die Welt der Schären ein. Auf der kleinen Insel Hyppeln finden wir einen guten Liegeplatz und entscheiden uns zum Bleiben. Es ist 13.15 Uhr, der Tag hat noch vieles zu bieten und der kleine Felsen Hyppeln (1,2 km x 0,8 km) auch.

Am Nachmittag füllt sich langsam der Hafen und für uns ist klar, wir haben alles richtiggemacht. Genießen wir den Rest des Tages…

29.05.2021     Hyppeln nach Göteborg     16,5 sm

Der Himmel zeigt sich noch bedeckt, das sind jedoch nur die Reste des Seenebels, welcher vom Skagerrak herüberkommt. Die steigende Sonne klärt das Ganze schnell und das Sommerfeeling kehrt wieder ein. Nach dem ausgiebigen Frühstück entscheiden wir uns für das Ablegen.

Es ist 10.30 Uhr, als wir Hyppeln verlassen. Zwei Seemeilen später setzen wir unsere Genua und sind raumschots unterwegs. Der Wind reicht völlig aus für einen entspannten Segeltag mit interessanten Begegnungen…

Vor der Göteborger Brücke dürfen wir dann nicht mehr segeln.

Inzwischen ist auch der Strom der Göta Alv gut gegen uns und der Wind zu schwach für Vortrieb.

Wir motoren durch die Hafenanlagen von Göteborg und finden in Lilla Bommen, der zentralen Marina im Stadtzentrum einen Liegeplatz in erster Reihe.

Der Gastwirt des „Provianten“ hilft uns beim Anlegen und wir revanchieren uns neben der Hafengebühr mit einem guten schwedischen Bier und einem Skagentoast, diesem super Liegeplatz muss man doch nutzen…

Morgen kommt wieder eine Crew an Bord auf beiden Yachten, so dass unser Singlehand zunächst erst einmal vorbei ist. Es war eine super Segelwoche Einhand mit viel Spaß, Eindrücken und neuen Erfahrungen. Natürlich auch mit viel Lust auf mehr und Meer…

Wir freuen uns jedoch auch auf unsere Crews und wollen sie teilhaben lassen an diesem schönen skandinavischen Segelsommer in dieser spannenden Zeit…

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