Logbuch 22.08.-29.08.2020

22.08.2020 Nynäshamn Hafentag

Der Skipperurlaub ist zu Ende und an Bord kehrt erneut der Alltag ein. Die Yacht ist aufgeklart und am Nachmittag ist die neue Crew an Bord.

Nach der herzlichen Begrüßung erfolgt zunächst einmal der Check in und schon sind wir mit den Einkaufstüten unterwegs zum Supermarkt, um uns für die kommenden Tage auszurüsten. Eine kurze Ersteinweisung in die Gegebenheiten des Hafens und der ersten Nacht an Bord folgt. Abends gehen wir in Nynäshamn essen und lassen den Abend mit Ideenaustausch für die kommende Segelwoche ausklingen…

23.08.2020 Nynäshamn Hafentag

Der morgendliche Blick aus dem Cockpit geht auf einen sonnigen Himmel mit vielen einzelnen Wolken. Dazu weht ein frischer und böiger Wind. Zunächst einmal frühstücken wir. Dann folgt der Blick auf das Wetter. Wind aus Südlicher bis Südwestlicher Richtung zwischen 20 bis 30 Knoten und entsprechenden Böen. Alle Wetterdienste sind sich da einig. Also entscheiden wir uns für einen Hafentag, da wir zunächst in südlicher Richtung hinaus müssen. Dazu kommt Regen am Nachmittag. Morgen ist Wetterbesserung in Sicht…

24.08.2020 Nynäshamn nach Arlösund 58,0 sm

Der morgendliche Blick aus dem Cockpit und auf das Wetter bestätigen unsere Entscheidung, heute auszulaufen und entlang der Küste Richtung Süden zu segeln. Der Wind hat nachgelassen und wird auf West drehen.

Wir frühstücken und machen uns klar zum Ablegen. Um 08.35 Uhr ist es soweit. Wir verabschieden uns von Nynäshamn und gehen auf Südkurs.

Die ersten Meilen können wir gut segeln, haben jedoch auch noch ein wenig alte Dünung vom gestrigen Tag zu tun. Nach sieben Seemeilen luven wir an und gehen auf westlichen Kurs, um durch die Schärenwelt von Landsort weiter Richtung Westen zu fahren. Die See wird ruhiger und wir haben erst nach der Passage von Ankerudden und den vorgelagerten Inseln wieder mit der Dünung zu tun. Es wird ein Motorschlag nach Westen, welcher erst in Höhe hinter Broken wieder mit Segeln belohnt wird. Als wir wieder im freien Wasser sind, nimmt der Wind noch einmal richtig zu und so sind wir zügig unterwegs. Unsere Logge zeigt ständig über acht Knoten und in der Spitze werden es 9,87 Knoten… Erst kurz vor Arkösund bergen wir die Segel und finden unkompliziert einen freien Liegeplatz.

Das Hafenbüro ist bereits geschlossen (Wintersaison) und die nötige Kommunikation wird digital erledigt… Das Abendlicht der untergehenden Sonne rundet diesen schönen Tag noch einmal mit einer faszinierenden Stimmung ab…

25.08.2020       Arkösund nach Farö   83,0 sm

Um 05.00 Uhr klingelt der Wecker. Zunächst schauen wir noch einmal auf das Wetter, ob es bei der Prognose geblieben ist.

Alles ist wie vorhergesagt, so, dass wir noch einmal ausgiebig frühstücken, die Yacht aufklaren und um 06.20 Uhr ablegen.

Die Sonne zeigt bereits ihr besten Gesicht. In den Morgen hinein motoren wir zunächst aus Arkösund hinaus, um später die Segel zu setzen.

Eine Stunde später macht der Wind eine kleine Pause, so, dass wir im Interesse der Zeit den Motor erneut zum Einsatz bringen. Zwei weitere Stunden später ist der Wind wieder da und wir segeln mit Vollzeug Richtung Südosten.

Im Laufe des Tages nimmt der Wind noch ein wenig zu und die berühmte Welle der Gotlandsee baut sich langsam auf. Wir haben einen Halbwindkurs, der uns eine schnelle Rauschefahrt Richtung Farö beschert.

Zum Nachmittag hat der Wind so zugelegt, dass wir die Genua ein wenig reffen, um unser Ruder weiter im Griff zu behalten. Insgesamt brauchen wir für die 83,0 Seemeilen 13 Stunden, was uns einen guten Schnitt von 6,4 Knoten einbringt. Um 19.00 Uhr bergen wir vor der Mole des Fischereihafens Farö im Farösund die Segel und sind kurze Zeit später fest. Es ist noch eine weitere deutsche Yacht hier, ansonsten ist alles sehr überschaubar. Wir klaren auf, genießen unseren Anleger und bereiten unser Abendessen vor.

Später gibt es noch einen Smalltalk mit dem Hafenmeister. Wir fühlen uns hier willkommen auf Gotland…

26.08.2020        Farö nach Lauterhorn/Farö       6,5 sm

Das Wetter hat sich verändert. Der Himmel ist bezogen. Für den Nachmittag ist der endlich für das Land so notwendige Regen angesagt und der Wind kommt aus Nordost. Wir nutzen den Vormittag noch einmal für die Ergänzung unserer Vorräte, da wir in den kommenden zwei Tagen kaum eine Chance zum Einkaufen haben.

Um 11.50 Uhr legen wir ab. Gleich hinter der Mole wird die Genua ausgerollt und wir gehen auf Kurs. Entspannt segeln wir durch den Farösund.

Wir passieren die schmale Durchfahrt nach Westen und steuern direkt auf Lauterhorn zu. Kurz vor der Mole wird die Genua eingerollt, der Motor tut wieder seinen wichtigen Dienst und wir laufen ein. Es ist 13.40 Uhr. Die Liegeplatzwahl fällt schwer, da wir die einzigste Yacht sind.

Es wird der Liegeplatz im Schutz der Mole auf der Leeseite, so dass der Wind uns gut freihält von der Pier. Wir klaren auf, genießen zu dieser frühen Stunde den Anleger und gehen auf Erkundung.

Später folgt ein Spaziergang entlang der berühmten Raukaküste, bevor der einsetzende Regen uns zurück an Bord verbannt…

27.08.2020        Lauterhorn nach Lickershamn       22,0 sm

In der Nacht hat sich das Regengebiet mit dem böigen und kräftigen Nordostwind verzogen. Die Sonne scheint und wir haben weiterhin Nordost, jedoch nur noch mit fünf Windstärken. Der Blick auf die Wetterprognose verspricht zum Nachmittag abnehmenden Wind mit Winddrehung auf Nord. Dazwischen gibt es immer mal wieder einen Regenschauer.

Wir frühstücken und haben uns entschieden, noch ein wenig zu warten. Ein Schauerfront liegt noch nördlich von uns und die wollen wir durchziehen lassen. Danach zeigt unser Wetterradar gute Aussichten. Um 11.25 Uhr verabschieden wir uns von Lauterhorn. Wir legen ab und können gleich hinter der Mole die Genua setzen.

Zunächst ist es noch ein flotter Halbwindkurs, der später auf Raumschot wechselt. Es steht noch ein guter Seegang vor der Küste, der dem Ganzen die entsprechende Würze verleiht. Wir kommen trocken und gut voran und bergen um 14.20 Uhr vor Lickershamn die Segel. Die Wellen läuft noch auf die Küste und den Hafen, der Wind ist inzwischen jedoch moderat geworden. Hinter dem Wellenbrecher kehrt Ruhe ein.

Wir sind die einzige Yacht im Hafen (nur noch ein Fischer und eine heimische Motoryacht). Um 14.40 Uhr sind wir fest an der Moleninnenseite und genießen unseren Anleger. Wir klären die örtlichen Gegebenheiten auf, kaufen beim Fischer noch frische Räucherware zum Abendessen und fühlen uns wohl hier.

Später gibt es den hier obligatorischen Spaziergang zur berühmten Jungfrurauka und ein wenig Besichtigungsprogramm im Ort…

28.08.2020        Lickershamn nach Visby              16,5 sm

Erneut hat es in der Nacht geregnet, jedoch hält der Regen die Sonne nicht von einem morgendlichen Gruß ab.

Da wir nur eine kurze Distanz vor uns haben und um 08.00 Uhr absolute Windstille vorherrscht, lassen wir uns Zeit mit dem Frühstück und legen um 10.10 Uhr ab.

Der Motor wird heute unser Hautantriebsinstrument werden. Wir fahren durch eine lange und alte Dünung Richtung Süden nach Visby. Drei Stunden später laufen wir in Visby ein.

Wir warten vor der Mole noch auf die gerade ablegende Fähre nach Nynäshamn und laufen anschließend ein.

Die Tankstelle ist nicht besetzt, so dass wir gleich in den Gasthafen fahren und dort festmachen. Die Yacht wird hafenklar gemacht, der Anleger getrunken.

Der Rest des Tages gehört jetzt dem schönen und sehenswerten Visby…

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