Logbuch 20.06.-27.06.2021

20.06.2021     Aarhus Hafentag

Nachdem es gestern Abend noch ein überraschendes Wiedersehen mit einem Berliner Segelfreund gab (Teilnehmer am Race Rund Dänemark mit eigener Yacht und Crew) und wir den Abend im Cockpit haben ausklingen lassen, bereite ich heute früh die Yacht auf meine neue Crew vor.

Extra verabredet, treffen wir uns bereits um 10.00 Uhr an Bord. Das war ungewollt auch gut so, denn 15 Minuten später sah der Himmel nicht mehr freundlich aus.

Es folgte ein böiger und gewittriger Schauer, welcher sich dann in einem milden und warmen Regen wandelt, nicht nur gut für die Natur, sondern auch für mein Deck. Endlich löste sich die im Kattegat angesammelte Salzschicht und wurde zurück ins Meer gespült. Nach dem Regen füllten wir unsere Bordbestände auf und nutzen die verbleibende Zeit für das nähere Kennenlernen unserer Gastgeberstadt…

21.06.2021    Aarhus nach Ebeltoft     23,0 sm

Der morgendliche Wettercheck macht es nicht leicht, uns zu entscheiden. Auf dem Regenradar ist eine große Regenwand zu sehen, welche eigentlich keinen Spaß macht. Wir warten zunächst und verabschieden uns von der Crew der „Xenie“, welche heute um 13.30 Uhr an die Startlinie zum Race Rund Dänemark überfährt. Insgesamt 650 sm liegen vor insgesamt fast 70 startenden Boote in drei Klassen, wobei die Klasse Single Hand bereits am Samstag mit 22 Teilnehmern auf Kurs ging…

Das Bild auf dem Regenradar entschärft sich und so entscheiden wir uns zum Ablegen. Um 09.35 Uhr sind alle Leinen gelöst.

Wir klaren auf und verlassen das gastliche Aarhus. Vorbei an den Regattateilnehmern laufen wir aus.

Gleich hinter dem Hafen setzen wir die Segel und fahren zunächst sehr langsam auf die Aarhusbucht. Zeit genug, um noch einmal zurück zu schauen und ein Wiedersehen zu versprechen…

Später nimmt der Wind zu. Wir sind gut unterwegs und optimistisch, dass wir schnell zu unserem heutigen Tagesziel kommen.

Acht Seemeilen später sehen wir auf dem Wasser etwas Größeres treiben. Wir steuern vorsichtig darauf zu und entdecken eine große, schwimmende Plattform, welche sich scheinbar losgerissen hat und inmitten der Aarhusbucht so vor sich hintreibt. Im Anhang noch diverses Tau- und Buschwerk.

Da wir noch keine Sicherheitsmeldung über Funk gehört haben, nehmen wir Kontakt mit der Küstenfunkstelle auf und informieren sie über dieses wracke, treibende Teil. Wir sind scheinbar die Ersten, die diese Meldung abgesetzt haben, später gibt es die entsprechende Sicherheitsmeldung der Küstenfunkstelle und sicherlich auch die entsprechenden Maßnahmen zur Sicherung.

Inzwischen hat es angefangen, zu regnen. Der Wind tendiert erneut gegen Null und wir legen die letzten Meilen unter Motor zurück. Es ist 14.50 Uhr, als wir in Ebeltoft im Skudehafen fest sind.

Wir checken zügig ein, legen das Stromkabel und aktivieren unsere Heizung zum Trocknen der Sachen.

Über unser AIS verfolgen wir anschließend noch den erfolgten Start der Raceteilnehmer und sehen den Pulk der Segler Richtung Kattegat davonfahren…

Der Regen läßt inzwischen nach und so können wir später trockenen Fußes das schöne und hyggelige Städtchen für uns entdecken…

22.06.2021     Ebeltoft nach Sejerø     34,0 sm

Der Tag fängt bereits mit guten Wetteraussichten an. Das Regengebiet ist durch und wir haben westliche Winde für unsere geplanten Törnabschnitt. Nach dem Frühstück klaren wir auf. Es gibt noch einen kleinen Einkaufsbummel und danach fahren wir zur Tankstelle. Wir füllen unseren Dieseltank und verabschieden uns vom Hafenmeister.

Es ist 10.30 Uhr, als wir ablegen. Wir werfen noch einmal einen Blick zurück und setzen die Segel.

Zunächst wird es ein Am Wind Kurs. Der Himmel klart auf und wir können ein wenig abfallen. Unser erstes Ziel ist die kleine Insel Bosserne, ein Naturschutzgebiet.

Wie erwartet, liegen unsere tierischen Freunde in der Sonne, genießen den Tag und lassen sich von unserer Anwesenheit nicht stören. Langsam segeln wir mit dem respektvollen Abstand vorbei und freuen uns über diese Begegnung.

Anschließend ändern wir den Kurs und segeln raumschots Richtung Verkehrstrennungsgebiet Samsöbelt, welches wir nördlich passieren wollen. Natürlich fehlt der entsprechende Schiffsverkehr nicht und so tasten wir uns durch das Fahrwasser, ohne in Konflikt mit der Großschifffahrt zu geraten.

Der Wind lässt sich auch nicht lumpen und sorgt noch einmal für eine gute und schnelle Fahrt auf den letzten Meilen bis Sejerø. Vor der Hafeneinfahrt bergen wir die Segel, lassen die Fähre passieren und laufen ein. Ein Liegeplatz ist kein Problem, so dass wir um 18.10 Uhr fest sind.

Nach dem Check In gibt es den verdienten Anleger mit der Huldigung für Rasmus und sein heutiges Tageswerk. Dann bereiten wir das Abendessen vor, damit wir später noch ein wenig Zeit für die Insel finden…

23.06.2021     Sejerø nach Odden Havn     23,5 sm

Der Himmel ist wolkenverhangen, der Wetterbericht verspricht jedoch keinen Regen und nordwestliche Winde. Nach dem Frühstück gibt es noch einige Stegplaudereien, dann legen wir ab. Um 09.15 Uhr verlassen wir den gastlichen Hafen.

Gleich hinter der Mole setzen wir die Segel und gehen auf Kurs. Die ersten Meilen wird es ein Kreuzkurs, bis wir die westliche Spitze der Insel Sejerø passiert haben.

Jetzt können wir ein wenig abfallen und den Kurs auf die schmale Durchfahrt durch das Sjællands Rev absetzen. Vor der Passage der Durchfahrt bergen wir unser Großsegel, da es danach ein Raumschotkurs Richtung Odden Havn wird und die See mehr dümpelt, als der Wind es zulässt. Gegen 13.45 Uhr bergen wir unsere Genua und fahren die letzte Meile mit Motor durch die dümpelnde See.

Ein Liegeplatz ist schnell gefunden, so, dass wir um 14.10 Uhr fest sind. Der Anleger schmeckt auch schon um diese Uhrzeit, anschließend checken wir ein und gehen auf Shoppingtour.

Heute Abend gibt es eine Fischplatte, beschafft beim örtlichen Fischer. Dort hängt auch ein Plakat, das heute Abend eine Band zu Sankt Hans aufspielen wird…

24.06.2021     Odden Havn nach Onø     30,0 sm

Es war ein schönes und gediegenes Skt. Hans-Fest am Abend. Mit gemeinsamen Singen, guter Musik und natürlich einem Øl in der Hand am Feuer.

Es folgt ein ruhiger Morgen mit wenig Wind und der Aussicht auf einem Törnabschnitt unter Motor. Nach dem Frühstück legen wir ab. Es ist 09.40 Uhr.

Bis in die Einfahrt zum Isefjord bleibt es auch ein Motortörn, dann reicht die frische Brise für die Genua und wir können noch ein schönes Stück segeln. Das bleibt bis vor der Hafeneinfahrt in den kleinen und hyggeligen Hafen Onø. Um 16.35 Uhr sind wir fest.

Wir checken ein, genießen das spät nachmittägliche Sonnenwetter und erkunden später den Ort für ein gemütliches Abendessen…

25.06.2021     Onø nach Roskilde    

Wolken am Himmel, soweit das Auge reicht, jedoch wenig Wind und mild. Das lässt den Gedanken auf ein Bad im Meer zu, zumal an der Badestelle bereits reges Treiben herrscht. So entscheidet sich zumindest der Skipper für das kühle Nass und ist begeistert von den angenehmen Temperaturen. Nach dem Frühstück machen wir klar Schiff und bereiten uns für die letzte Etappe dieser Törnwoche vor.

Um 09.15 Uhr legen wir ab. Ein letzter Blick zurück und wir gehen auf Kurs. Zwei Seemeilen später setzen wir die Segel und können unsere Wunschrichtung anliegen.

Es ist wenig Wind angesagt, jedoch sorgt die Thermik im Laufe des Tages dafür, dass wir die gesamte erste Strecke segeln können. Wir entdecken sogar einige Schweinswale, welche unseren Kurs kreuzen.

Vor der Kronprins-Frederik-Brücke bergen wir die Segel und machen fest.

Es ist 14.45 Uhr und wegen der Rush-Hour ist die nächste Brückenöffnung erst um 16.30 Uhr. Wir vertreiben uns die Zeit mit Lesen und der inzwischen klar am Himmel scheinenden Sonne…

Pünktlich um 16.30 Uhr öffnet die Brücke für unsere letzten zwölf Seemeilen. Inzwischen haben sich zahlreiche Yachten auf beiden Seiten versammelt und so gibt es ein spannendes Race durch die offene Brücke.

Kurze Zeit später passieren wir die neue Straßenbrücke (Durchfahrtshöhe 22 m). Der Wind schwächelt und wir entscheiden uns für die letzten Meilen für den Motor. Um 19.00 Uhr sind wir in Roskilde. Die Liegeplatzsuche dauert etwas, bis wir das passende für uns gefunden haben.

Um 19.30 Uhr verstummt unser Motor. Wir sind angekommen. Der Anleger schmeckt wie immer und wir beeilen uns, damit wir in der Stadt noch etwas zum Abendessen bekommen. 

Später bezieht sich im Westen der Himmel. Es sieht jedoch gefährlicher aus als es ist.

Über Roskilde liegt ein schönes Dämmerlicht und das Summer Festival Roskilde als schnelle und gute Alternative zum abgesagten Roskilde Festival (https://www.roskilde-festival.dk/en/) erwartet uns morgen…

26.07.2021 Roskilde Hafentag

Während die Crew die Gelegenheit nutzt, das kleine und interessante Städtchen vor Kopenhagen ausführlich kennen zu lernen, bereit der Skipper die Yacht erneut vor für die kommenden Wochen.

Um 17.30 Uhr treffen wir uns auf dem Festivalgelände und erleben einen wunderschönen Abend bei den Summer Days Roskilde.

Jetzt wird das Logbuch für eine Woche geschlossen. Wir melden uns wieder von Bord des SY „LAMANTijN“ am 04.07.2021 und vielleicht hat sich dann ja noch der eine oder andere Mitsegler gefunden für unsere nächste Etappe – Roskilde – Göteborg…

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