Logbuch 30.05.-06.06.2021

30.05.2021     Göteborg nach Hälsä     18,5 sm

Heute ist der offizielle Crewwechsel. Am späten Vormittag ist die neue Crew an Bord komplett.

Nach der Begrüßung folgen eine erste kurze Beratung und der Creweinkauf. Anschließend gibt es die Einweisung in die Yacht. Das Ganze erledigen wir recht zügig, weil wir heute noch lossegeln wollen.

Um 14.00 Uhr ist es soweit. Unsere kleine Flottille verlässt das gastliche Göteborg. Zunächst müssen wir einige Meilen Richtung Westen motoren. Nach der Passage der Stadt und des Hafengebietes entfaltet sich vor uns das Ambiente der Göteborger Schären. Der Wind kommt aus West. Wir setzen das Großsegel und die Genua und gehen auf Kurs. Die plötzliche Ruhe an Bord nach dem Abschalten des Motors ist immer wieder faszinierend. Bei schönstem Sonnenwetter segeln wir Hoch am Wind durch das Schärengebiet.

Zunächst sind wir noch in dem Hauptfahrwasser der Hafenansteuerung, wo sich auch die Berufsschifffahrt tummelt, später kommen wir in die ruhige Region der Schären.

Hier überwiegen die Sportboote und immer wieder auch einmal die Fähren zwischen den Inseln…

Es ist 17.15 Uhr, als wir die Segel bergen. Langsam nähern wir uns unserem heutigem Zielhafen Hälsö. Vorsichtig laufen wir ein und finden erneut einen schönen und ruhigen Liegeplatz. Ein erstes Gespräch mit einem Bootsnachbarn beginnt mit der Erklärung, dass wir die ersten Deutschen in diesem Jahr sind, welche hier angekommen sind…

Nachdem Abendessen an Bord erkunden wir den Ort und die Insel und finden einen schönen Platz mit Aussicht auf einem bezaubernden Sonnenuntergang. Später an Bord erleben wir ein weiteres markantes Zeichen, das der Sommer Einzug hält – es gibt plötzlich Mücken…

31.05.2021     Hälsä nach Marstrand     15,5 sm

Eine beschauliche Ruhe herrscht und blauer Himmel strahlt über dem Hafen. So leise wie möglich stehen wir auf und bereiten unser Frühstück im Cockpit vor. Es scheint, dass wir die Ersten sind, welche um 08.00 Uhr aufstehen, doch später bemerken wir auf anderen Booten auch Bewegung. Nachdem Aufklaren checken wir noch einmal Wetter und Zielhafen und legen um 10.30 Uhr ab.

Gleich hinter der Ausfahrt setzen wir volles Segelzeug und gehen auf Kurs. Vor uns die felsige Schärenlandschaft und Schwaden von Seenebel aus dem Skagerrak, welche langsam den Himmel bedecken.

Wir segeln einen Am-Wind-Kurs und kreuzen uns das Fahrwasser hinauf Richtung Norden. Später können wir abfallen und bergen vor der malerischen Felsenbucht Högö die Segel. Wir finden freie Bojen zum Festmachen und legen eine nachmittagliche Pause ein.

Zwei Stunden später sind wir wieder unterwegs. Wir segeln noch eine Meile und bergen erneut die Segel.

Jetzt folgt die beeindruckende Einfahrt nach Marstrand von Süden aus kommend.

Nach der Passage der schmalen Durchfahrt taucht die Skyline von Marstrand vor uns auf.

Wir finden einen guten Liegeplatz, wieder in zentraler Lage und sind angekommen im schönen und berühmten Marstrand…

01.06.2021     Marstrand nach Smögen     41,0 sm

Nach einem schönen, gestrigen Spaziergang durch den Ort, über die Carlstenfestung sowie die Felsenlandschaft der Insel haben wir gut geschlafen, bis uns der morgendliche Baulärm des Baggers um 08.00 Uhr aus der Koje holt…

Wir frühstücken bei schönstem Wetter und bereiten uns zum Ablegen vor. Um 10.10 Uhr sind wir wieder unterwegs.

Zunächst haben wir keinen Wind, später dann schwachen Wind aus unserer Richtung. So motoren wir zunächst durch eine sehr vielfältige und abwechslungsreiche Schärenlandschaft.

Wir passieren Möllösund, Gollholmen und Grundsund.

Dort hat der Wind auf Nordost gedreht und gibt uns jetzt die Chance zum Segeln. Wir setzen die Genau und Ruhe kehrt an Bord ein.

Es werden insgesamt 11 Segelmeilen, bevor wir an der Einfahrt von Smögen die Genua bergen. Wir finden einen beschaulichen Liegeplatz im hinteren Hafenteil.

Nach dem Anleger gehen wir auf Erkundung, entdecken noch ein offenes Fischgeschäft und versorgen uns mit frischen Fisch für ein gutes Abendessen im Segelmekka Smögen. Die Sonne scheint, das Abendessen schmeckt und Smögen lockt mit seinem Ambiente zu einem Landgang…

02.06.2021     Smögen nach Fjällbacka    20,5 sm

Der Sommer bleibt uns erhalten. Der Wetterbericht verspricht guten Wind aus östlicher Richtung. Nach dem Frühstück und dem Aufklaren an Bord legen wir um 10.40 Uhr ab.

Der Wind weht frisch aus der Richtung, in die wir wollen, so, dass wir zunächst nicht über das Segeln nachdenken. Hinzu kommt, dass zwischen den Felsen schöne Böen kommen und der erste Törnabschnitt sich gut und schmal durch die Felsen windet.

Wir kommen in den Sotenkanal und fast wie von Geisterhand öffnet sich die Brücke für uns (Wir hatten jedoch vorher Kontakt mit dem Brückenwärter über Telefon).

Nach der Passage des Kanals setzen wir die Genua und gehen weiter auf nördliche Kurse. Wir passieren traumhafte Landschaften und bergen vor der Einfahrt in den Hamburgsund die Genua.

In Hamburgsund machen wir eine verspätete Mittagspause und die Crew gönnt sich ein Eis.

Um 15.00 Uhr legen wir wieder ab und fahren weiter Richtung Fjällbacka, nicht ohne zuvor an der kleinen Insel Stensholmen eine kurzen Gedenkstopp zu Ehren von Gorch Fock einzulegen.

Um 16.00 Uhr sind wir wieder einmal in bester Lage in Fjällbacka vor traumhafter Kulisse fest.

Ein erneuter abwechslungsreicher Tag an Bord neigt sich dem Ende. Für den Abend gibt es jedoch noch das Pflichtprogramm für jede Crew, der Einstieg in die Kungskluftan und der Aufstieg auf den Vetteberget…

03.06.2021     Fjällbacka nach Nordkoster Bopallen     28,0 sm

Wir nutzen den Vormittag noch einmal für einen Spaziergang im Ort und einem kleinen Einkauf. Die Sonne scheint und eigentlich kann man auch hierbleiben. Jedoch wollen wir noch etwas weiter und legen um 11.25 Uhr.

Ein letzter Blick zurück und dann setzen wir die Genua. Wir segeln entspannt, mal schneller, mal langsamer durch die Schärenwelt. Zwischendurch versuchen wir unser Angelglück, leider glücklos…

Nach 20 Segelmeilen ist der Wind soweit eingeschlafen, dass wir nur noch driften. Wir rollen die Genua ein und wollen den Motor starten – nichts passiert. Da es windstill ist und wir Platz genug haben, gehe ich auf Ursachenforschung. Irgendwie kommt am Startschalter kein Strom mehr an, ansonsten scheint alles o.k.. Noch ein kurzes Telefonat und wir entscheiden uns für die schnelle Variante, ich schließe den Motor kurz und schon hören wir das vertraute Geräusch.

Wir fahren weiter nach Koster, passieren die enge Durchfahrt und schauen uns den Hafen Ekenäs auf Südkoster an und fahren weiter. Ekenäs scheint noch im Winterschlaf zu sein.

Wir fahren in den Kostersundet und finden genug freie Plätze am Gästesteg auf der Nordkosterseite.

Dort sind wir um 18.15 Uhr fest. Es folgt das Anlegerbier, eine kurze Besprechung für die weitere Abendgestaltung und anschließend bereiten wir das Abendessen vor. Nebenbei immer wieder das Gespräch zum Thema Strom und Motor.

Der Abend gehört jedoch der Crew und der schönen Insel Koster und der Skipper schaut mal, wo der „Wurm“ drinnen ist…

04.06.2021     Nordkoster nach Strömstad und weiter nach L Havsten     23,5 sm

Den „Wurm“ hat der Skipper nicht mehr gefunden, jedoch konnte wir den Fehler eingrenzen. Mit diesem Wissen haben wir am Morgen Kontakt mit dem Volvo-Service in Strömstad aufgenommen. Mit dem Ergebnis, das wir um 10.15 Uhr ablegen und nach Strömstad motoren.    

Dort werden wir bereits am Steg erwarten. Im Gespräch mit dem Service-Mitarbeiter wird der Fehler schnell gefunden und repariert. Alles ist wieder o.k. und wir können weiter auf Törn gehen. Wir bedanken uns und machen uns ehrlich.

Um 12.00 Uhr legen wir wieder ab. Der Kurzaufenthalt in Strömstad war zugleich unsere nördlichste Position im ersten Reiseabschnitt unsere Ostseereise. Die norwegische Grenze ist weiterhin dicht für uns, so dass ein Besuch dort leider verschoben werden muss auf kommenden Jahre…

Dafür gibt es auch neue positive Nachricht zur Corona-Situation, welche uns natürlich hilfreich sind für unsere kommenden Etappen. Schweden ist ab morgen nur noch als Risikogebiet eingestuft und in Dänemark gilt Deutschland ab morgen als Zone gelb. Somit können wir unsere Reise und die geplanten Crewwechsel aufrecht erhalten…

Ab jetzt segeln wir wieder südwärts, heute mit dem Ziel, eine beschauliche Bucht mit Felsliegeplätzen zu finden. Südlich von Resö beginnen wir mit der Suche. Ein guter Platz ist schnell gefunden. Wir erkunden die Tiefensituation und finden mehrere gute Anlegemöglichkeiten direkt am Fels.

So sind wir um 16.30 Uhr in der Bucht bei L Havsten fest. Es beginnt die Erkundung der Insel und natürlich lädt das Meer zum Bade ein. Skipper  und Crew testen die Wassertemperatur und so kommt es zum ersten Bade in diesem Sommer in traumhaftem Ambiente…

Später haben wir unser Flottillenschiff ebenfalls hier her gelotst und am Felsen vertäut.

Wir belohnen uns mit einem Grillabend der besonderen Art und genießen den Augenblick…

05.06.2021     L Havsten nach Bovallstrand     25,5 sm

Ein wunderschöner Morgen nach einer herrlich ruhigen Nacht in der Bucht.

Der Tag beginnt zumindest für den Skipper mit dem gewohnten morgendlichen Bade im Meer. Anschließend frühstücken wir und beraten unsere nächsten Törnabschnitte. Wir entscheiden uns für einen Hafen mit Service und haben uns Bovallstrand ausgesucht.

Um 10.45 Uhr legen wir ab und gehen Anker auf.

Wir verlassen die Bucht durch die schmale Ausfahrt und motoren zunächst bis in den Havstensund.

Dort setzten wir die Segel und gehen auf Kurs. Der Wind überzeugt mit Kontinuität um 2 Windstärken, was uns immer zwischen 3 – 4 Knoten an Geschwindigkeit bringt. Zunächst nutzen wir die äußere Passage, um zu segeln. Später fahren wir wieder in die Schären und passieren noch einmal den beschaulichen Hamburgsund, in dem heute bedeutend mehr los ist als vor einigen Tagen.

Schließlich ist heute auch Samstag. Morgen ist der schwedische Nationalfeiertag, da wird es sicherlich auch noch einiges zu entdecken geben…

Von unserem geplanten Törnverlauf sind wir auch ein wenig abgewichen. Die Crew bleibt an Bord, so dass wir nicht zwingend in Strömstad bleiben müssen. Da locken doch die Schären mehr, was wir natürlich ausnutzen wollen.

Nach der Passage des Hamburgsundes ist es mit dem Segeln vorbei. Wir motoren die letzten Meilen bis Bovallstrand und finden ohne Probleme einen angenehmen Liegeplatz, wieder direkt in bester Lage. Und wir werden freundlich von den Passanten begrüßt: „Willkomen in Bovallstrand“, und das in bestem Deutsch…

Der Tag ist noch jung und der Ort lädt zum Spazieren ein. Natürlich gibt es auch noch einen Aussichtspunkt auf dem Stora Korpås, von dem wir am Abend auf den Sonnenuntergang schauen wollen…

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