Logbuch 17.06.-20.06.2021

17.06.2021 Rückkehr nach Aalborg

Durchgeimpft und mit digitalem Impfpass ausgestattet, kehre ich zurück an Bord. Die Bahnfahrt von Berlin nach Aalborg verzögerte sich um einiges, da noch auf der deutschen Seite jemand mit einer telefonischen Bombendrohung den Zug zum Stehen brachte. Nach entsprechenden Polizeiaufgebot ging es später weiter.

Inzwischen ist auch die andere Flottillenyacht in Aalborg eingetroffen. Ein nettes Wiedersehen bei einem guten Abendessen stehen heute noch auf dem Programm. Danach nehmen wir erneut Abschied, da jetzt die Flottillencrew nach Berlin reist, um die 2. Impfung zu erhalten. Wir treffen uns dann kommende Woche spätestens in Roskilde wieder.

Ich werde morgen früh ablegen und Kurs Greena nehmen. Am Sonntag erwarte ich meine neue Crew in Aarhus…

18.03.2021     Aalborg nach Greena     60,5 sm

Die milde Nacht und das rechtzeitige schlafen gehen sorgen für einen ausgeruhten Skipper morgens um 05.30 Uhr. Es folgt ein kurzes Frühstück, ein Telefonat mit der Eisenbahnbrücke betreffs aktueller Öffnungszeiten und ein anschließendes Klarschiff machen.

Um 06.30 Uhr lege ich ab. Ich bin bis Aarhus wieder Einhand unterwegs und möchte heute einen langen Törnabschnitt hinter mich bringen.

Das Wetter scheint günstig (westliche Winde), nur die Windstärke könnte mehr sein.

Um 06.50 Uhr öffnet die Eisenbahnbrücke, wie telefonisch bestätigt. Ich bin die einzige Yacht, welche passieren möchte und winke noch einmal als Dank zum Brückenwärter hinauf. Die Straßenbrücke öffnet planmäßig um 07.10 Uhr.

Nach der Passage der Brücke werfe ich noch einmal einen Blick zurück, bedanke mich für die Gastfreundschaft der Stadt und des gastgebenden Segelvereins und gehe auf Kurs. Es bleibt zunächst ein Motorkurs.

Der Autopilot arbeitet zuverlässig und ich nutze die gewonnene Zeit für einen Yachtcheck. Nach der Passage von Hals gibt es ein zweites Frühstück. Gut gestärkt, setze ich die Segel. Es werden 2,5 Knoten über Grund und die See wird gefühlt immer glatter.

Also packe ich die Segel wieder ein und fahre mit Motor weiter. Die jetzt gewonnene Zeit widme ich mich dem Deck und unterziehe es mal einer gründlichen Reinigung. Später am Nachmittag folgt noch etwas „Büroarbeit“, bevor ich gegen 16.00 Uhr die Ansteuerung des Hafens Greena aufnehme…

Ich passiere den markanten Leuchtturm Fornæs und sehe voraus schon die Hafenanlagen von Greena.

Imposante Offshore Technik liegt im Hafen. Gegen 16.30 Uhr passiere ich die Mole des Yachthafens und finde einen guten Längsseitsliegeplatz an der Innenmole.

Nachdem Check-in gönne ich mir einen Anleger und gehe auf Erkundungstour im Hafen (Waschmaschine, Dusche etc.) Ich werde fündig und beschließe, heute noch einen Waschtag einzulegen. Damit ist die Abendgestaltung auch schon geklärt…

19.03.2021     Greena nach Aarhus     38,0 sm

Der Wind hat auf Süd gedreht und soll im Laufe des Tages ein wenig zunehmen. Das bedeutet für mich wieder ein frühes Frühstück. Um 08.00 Uhr bin ich bereit zum Ablegen und löse die Leinen.

Der Versuch zu segeln wird durch die jetzt schon vorherrschende Windrichtung zunächst gar nicht erst unternommen. Dazu ist der Wind noch zu schwach. Die Fahrt mit dem Autopiloten nutze ich für ein Reinschiff unter Deck.

Viereinhalb Stunden später setze ich die Genua. Ich habe die Insel Hjelm mit Backbord passiert und kann jetzt meinen Kurs auf West ändern. Der Wind reicht zum Segeln. Später passiere ich den markanten Leuchtturm Sletterhage und kann ein wenig abfallen.

Der Blick auf meinen Plotter gibt ein sehr interessantes Bild. Ein ganzer Pulk von Seglern kommt mir entgegen, scheinbar eine Regatta. Später erfahre ich, dass ich das Feld der Einhandsegler der Regatta Rund Dänemark passiert habe…

Inzwischen hat der Wind gut zugenommen und ich bin flott Richtung Aarhus unterwegs. Vor dem Hafen berge ich die Genua und komme in einen sehr lebhaften Hafen (Kanus, Schlauchboote, SUP`s und kreuzende Segelfahrzeuge).

Langsam fahre ich durch den Hafen, mit Obacht vor den vielen Wassersportlern und auf der Suche nach einem freien Platz. Der Hafen scheint völlig überfüllt zu sein. Ich finde noch ein Stück Pier, was für mich in Frage kommen kann und mache mich klar zum Anlegen. Die Enge der Boxengasse lässt nur einen Versuch zu und der klappt.

Ich habe einen guten Liegeplatz für die kommenden Tage gefunden. Es sind auch viele deutsche Yachten hier und ich erfahre, das an diesem Wochenende die Race Rund Dänemark ( https://www.rounddenmarkrace.com/ ) startet in den verschiedensten Klassen, damit erklärt sich auch der Belagerungszustand im Hafen und die vielen Menschen…

Der Start ist für die meistens am Montag und dann kehrt wieder etwas Ruhe ein…

Für mich beginnt morgen der neue Törnabschnitt, wieder mit Crew und dann mit dem Ziel Roskilde. Bis morgen habe ich jedoch noch ein wenig Zeit und schaue mich mal um…

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