Logbuch 16.05.-23.05.2021

16.05.2021 Breege Yachthafen

Die letzten Stunden des Countdowns für unsere Ostsee-Segelreise vergehen wie im Flug. Gegen 13.00 Uhr sind wir mit dem letzten Gepäck an Bord eingetroffen.

Noch ein kleiner Rundgang an Bord, dann verabschieden sich meine Freunde, welche mich freundlicherweise nach Breege gefahren haben.

Ich verstaue das Gepäck an Bord und geniesse die ersten Augenblicke des jetzt wieder beginnenden Bordalltages, während draussen ein kurzer, jedoch kräftiger Regenschauer, an die Wechselhaftigkeit des Wetters erinnert.

Am späten Nachmittag erwarte ich meine erste Crew. Wir werden einchecken, einweisen und das Wetter noch einmal unter die Lupe nehmen, wollen wir doch morgen in der Frühe ablegen und unseren Törn Richtung Norden beginnen…

17.05.2021     Breege nach Rödvig 69,5 sm

Ein geruhsamer Abend an Bord und abschließend ein Blick auf das zu erwartende Wetter hat zu der Entscheidung geführt, das wir um 06.00 Uhr wecken, Ablegezeit: 08.00 Uhr

Ein wunderschöne, ruhige Nacht und die Sonne am Morgen sind die Belohnung für diese Entscheidung. Wir frühstücken, es folgt die erste Törnbesprechung und Einweisung für das Ablegemanöver.

Pünktlich um 08.00 Uhr lösen wir unsere Leinen. Mit uns legt die SY ABALUS von meinem Segelfreund Peter ab.

Unsere kleine Flottille ist unterwegs.

Der Wetterbricht redet von schwachwindig und verspricht zum Nachmittag ein wenig Segelwind. So motoren wir also zunächst durch das Boddenfahrwasser, bevor wir an der Ansteuerungstonne Hiddensee auf Nordwestkurs gehen.

Bis zum Nachmittag bleibt es ein Motorkurs. Wir genießen diese ersten Stunden des Unterwegsseins und spüren, wie wir die Welt des bisherigen Alltags langsam hinter uns lassen…

Es wird 15.00 Uhr, als der Wind soweit zugenommen hat, das wir uns für das Segeln entscheiden. Zunächst haben wir 4,5 Knoten auf dem Tacho und sind gut unterwegs.

Der Wind schläft jedoch wieder ein, so das wir eineinhalb Stunden später unsere Segelgarnitur wieder einpacken.

Die letzten Meilen motoren wir weiter. Es ist 18.15 Uhr, als wir in Rödvig fest sind. Viel Platz im Hafen, einige Offshoreboote im Fischereibecken, jedoch der Yachthafen hat genug an Platzangebot.

Wir checken ein (endlich wieder ein Bezahlautomat), genießen unseren Anleger und gehen nach dem Abendessen noch ein wenig auf Erkundungstour…

18.05.2021     Rödvig nach Dragör     29,0 sm

Wir haben ausgeschlafen und frühstücken um 08.00 Uhr an Bord. Neben der heutigen Etappe checken wir das Wetter und sind um 10.00 Uhr klar zum Ablegen.

Unsere kleine Flottille verlässt das huggelige Rödvig. Gleich hinter der Mole setzen wir die Segel und folgen der abwechslungsreichen Steilküste von Stevens Klint Richtung Norden.

Wir passieren die vom Absturz bedrohte Kirche am Steilufer und das Leuchtfeuer Stevens Klint.

Später verlässt uns der Wind, so dass unsere Dieselfock wieder zum Einsatz kommt. Wir beobachten Schweinswale und entdecken die Küste vor Kopenhagen für uns. Es ist 15.20 Uhr, als wir die Mole von Dragör passieren.

Wir finden einen Liegeplatz, zelebrieren unseren Anleger und erledigen die notwendigen Anmeldeformalitäten am Hafenautomaten.

Danach wird der gemütliche kleine Vorort von Kopenhagen erkundet…

19.05.2021     Dragör nach Kopenhagen   17,5 sm

Gestern Abend hat sich unsere kleine Flottille noch vergrößert. Wir sind jetzt mit 3 Yachten für die nächsten Tage unterwegs und werden hoffentlich schöne Stunden an Bord, auf See und an Land erleben. Zunächst haben wir gestern noch die alte Festungsanlage von Dragör besichtigt und den Abendspaziergang für das Kennenlernen genutzt…

Heute Morgen um 09.30 Uhr legt unser kleiner Verband ab. Eine leichte Brise aus Nordwest lädt zum Segeln ein. So werden gleich hinter der Mole erneut Groß und Genua gesetzt und wir sind unterwegs. Mit langen Schlägen kreuzen wir Richtung Norden bis in Höhe von Middelgrunds Fort auf, bevor wir nach Margretheholm abfallen und vor der Hafeneinfahrt die Segel bergen. Wir tanken und legen erneut ab. Die letzten 3 Seemeilen fahren wir unter Motor bis zum Admiralshafen direkt im Herzen von Kopenhagen. Es ist 13.00 Uhr, als wir fest sind. Meine Crew verabschiedet sich bereits heute, so dass ich die nächsten Tage Einhand weiter unterwegs sein werde. Die anderen Crews machen einen ersten Landeinfall.

Später kommt der Hafenmeister, kontrolliert, ob wir bezahlt haben und fragt nach unserer Einreisezeremoniell. Da wir bereits seit Rödvig in Dänemark sind und er sich nicht sicher ist, ob das als Einreise so anerkannt wird, wird die Borderkontroll hinzugerufen. Wir tauschen unsere Informationen aus, zeigen die entsprechenden Unterlagen und verständigen uns dann auf Grund der unklaren Sachlage zum Thema Einreise über den Seeweg nach Dänemark, dass wir den Rest des Nachmittags an Bord bleiben und morgen früh weiterfahren. Alles geht sehr entspannt vonstatten und wir sind uns alle einige, dass diese Unsicherheit hoffentlich bald beseitigt ist.

Unser Abend beenden wir an Bord mit einem kleinen, gemütlichen Grillabend in bester Lage in Kopenhagen mit grandioser Aussicht…

20.05.2021     Kopenhagen nach Ven/Bäckviken     16,5 sm

Ein Wetterumschwung steht bevor, über Funk kommen die ersten Windwarnung. So fällt für eine Crew unserer Flottille die Entscheidung, bereits heute wieder in Richtung Süden zu segeln, noch haben wir Westwind, der jedoch morgen auf Süd geht und zunimmt.

Es ist 09.30 Uhr, als wir uns verabschieden.

Um 10.00 Uhr legen wir ab. Nach dem Passieren der Einfahrt Lynetten Löbet setzen wir die Genua und gehen auf nördlichen Kurs. Ein guter Westwind mit 4 Windstärken und etwas Böen bringt uns zügig voran.

Um 12.20 Uhr bergen wir vor der Einfahrt von Bäckviken die Genua und laufen ein. Nachdem wir um 12.35 Uhr fest sind, entdecken wir eine weitere deutsche Flagge an einer Motoryacht. Wir kontaktieren den Hafenmeister per Telefon und erfahren, das wir liegen bleiben können.

Er wird später noch in den Hafen kommen, damit wir uns ehrlich machen können, was die Hafengebühr betrifft.

Zwischen den Wolken schaut immer wieder die Sonne hervor, so das uns ein schöner Nachmittag auf dieser beeindruckenden Insel bevorsteht.

netter Nachbar
nettes Getränk
nette Landschaft
nette Begegnungen

21.05.2021     Ven/Bäckviken nach Helsingborg     11,0 sm

Einige Regentropfen am Morgen und Wind aus südlicher Richtung, so werden wir geweckt und beginnen den Tag. Nach dem Frühstück folgt eine kleine Lagebesprechung mit der anderen Crew.

Um 10.00 Uhr legen wir ab. Gleich hinter der Mole wird die Genua erneut gesetzt und es geht weiter auf nördlichem Kurs.

Der Wind weht frisch mit einigen Böen. Weitere Regenschauer sind angesagt, doch zunächst scheint die Sonne.

Mit den bekannten Fähren zwischen Helsingör und Helsingborg können wir uns diesmal gut arrangieren. Es ist kurz nach Mittag, als wir die Genua bergen und in den Yachthafen von Helsingborg einlaufen. Vor der Mole ist es ein wenig flacher als in der Karte angegeben (Versandung), jedoch mit dem entsprechenden Abstand von der Mole kommen wir gut in den Yachthafen.

Wir finden einen Liegeplatz direkt an der Stadtpier und sind angekommen. Nach dem Anlegerprozedere bereiten wir uns auf den Landgang vor.

Zunächst gehen wir in das Covid-19-Testcenter, damit die morgen abreisende Crew keine Probleme bei der Rückreise bekommen. Alles ist o.k., so dass wir in Ruhe und mit der nötigen Umsicht die Stadt erkunden und erste Einkäufe erledigen.

Und zum krönenden Abschluss für unsere erste Segeletappe werden wir hoffentlich heute Abend in einem der zahlreichen Lokale ein gutes Abendessen genießen können…

22.05.2021     Helsingborg nach Torekov     32,5 sm

Gestern Abend haben wir ein gutes Lokal gefunden, fürstlich gespeist und den Abend genossen. Heute früh hieß es dann Abschied nehmen von der Crew des Flottillenschiffes. Mit dem gestrigen Antigentest in der Tasche ist die Crew über Kopenhagen inzwischen wohlbehalten und ohne Probleme in Berlin angekommen.

Nach der Verabschiedung haben sich beide Skipper klarmacht für den einwöchigen Singletörn nach Göteborg. Wir haben noch einmal das Wetter gecheckt und die Route besprochen, dann haben wir abgelegt. Um 09.30 Uhr sind wir unterwegs.

Gleich hinter der Hafenausfahrt wurde erneut die Genua gesetzt und auf Nordkurs gegangen. Bis zum Nachmittag soll sich das Wetter noch halten, bevor die ersten Schauer kommen.

Wir sind gut unterwegs.

Drei Stunden später passieren wir das Leuchtfeuer der Halbinsel Kullen, ein imposanter und markanter Felsen im Kattegat. Ab hier gibt es keinen Weg zurück mehr für uns. Wir müssten mühsam aufkreuzen und dazu haben wir keine Lust, unsere nächsten Ziele liegen alle nordwärts und da passt der Südwind geradezu super in unsere Routenplanung. Am Kullen wird es noch einmal richtig böig und hinter uns ziehen die ersten Wolken auf.

Zwei Stunden später sind wir fest in Torekov.

Der Hafen ist überschaubar gefüllt, wir treffen auf die ersten Yachten, welche in die gleiche Richtung wollen und erfahren von einem hilfsbereiten Schweden, das wir wohl morgen einen Hafentag einlegen werden, da der Wind auf 20 m/s zunehmen soll. Auch keine schlechte Aussicht, mal etwas Ruhe zu bekommen und Land und Leute zu erkunden…

23.05.2021     Torekov Hafentag

Am gestrigen Abend habe ich unsere Yacht nach Rücksprache mit dem Hafenmeister noch einmal in das innere Hafenbecken von Torekov verholt, damit wir für den zu erwartenden Starkwind am Sonntag besser liegen.

Trotz des Windes war es eine ruhige Nacht, welche nur durch das Trommeln des Regens auf das Deck ein wenig unterbrochen wurde. Da heute Sonntag ist, haben wir ausgiebig gefrühstückt und Pläne für den heutigen Hafentag gemacht. Das Starkwindgebiet wird für den Nachmittag erwartet, dazu soll es erneut regnen.

Wir erkunden den Ort und die Küste und genießen das raue Wetter am Meer.

Wir entdecken sogar einige Schweden, welche an einer geschützten Stelle ein Bad im Meer nehmen…

Den Rest des Tages nutzen wir für kleine, erste Inspektionen an Bord und dem Umstauen unserer umfangreichen Ausrüstung. Da die Gastronomie heute schon etwas früher schließt, haben wir uns beim Fischer mit guter und frischer Räucherware versorgt. So wird dieser Pfingstsonntag auch einen guten kulinarischen Abschluss finden…

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