Logbuch 15.08.-22.08.2021

15.08.2021 Mariehamn Hafentag

Nach dem meine Crew der letzten Woche abgereist ist, beginne ich mit dem Vorbereiten der Yacht auf unsere Reise nach Estland.

Die Fähre mit meiner neuen Crew soll eigentlich um 23.45 Uhr ankommen, verspätet sich jedoch um über eine Stunde.

16.08.2021 Mariehamn nach Degerby 20,5 sm

Nach der nächtlichen Begrüßung, dem Einchecken an Bord und dem Begrüßungstrunk wird es fast früh, bevor es in die Koje geht. Somit wird zunächst ersteinmal ausgeschlafen, danach gibt es Frühstück und den Wettercheck und wir sind unterwegs.

Es ist 12.00 Uhr, als wir in Mariehamn ablegen. Es soll ein langer Törn heute werden, jedoch ist das Wetter sehr unbeständig. Es regnet und zwischendurch gibt es immer wieder stärkeren Wind und zwar aus der falschen Richtung.

Am Nachmittag kommt eine Windwarnung von Turkuradio und wir entscheiden uns für den in Lee liegenden Hafen Degerby.

So haben wir etwas Ruhe und werden morgen früh weiterfahren, wenn es weniger Starkwind gibt und das Wetter sich etwas beruhigt hat…

17.08.2021     Degerby nach Kasnäs     80,0 sm

Das Wetter hat sich beruhigt. Der Wind hat nachgelassen, nur der Himmel bleibt bedeckt. Um 07.20 Uhr legen wir ab. Mit Motor geht es auf den Törn Richtung Osten.

Wir haben zwei sogenannte Nothäfen für diesen Törn im Programm, sollte sich das Wetter markant ändern. Da der später einsetzende Wind aus Osten kommt, bleibt es beim Motoreinsatz.

Wir passieren unsere beiden „Nothäfen“ (Korpoström oder Stenskär) und fahren weiter Richtung Kasnäs. Um 15.00 Uhr setzt der angekündigte Regen ein. Es ist 20.00 Uhr, als wir in Kasnäs fest sind.

Außer den einheimischen Booten ist kaum jemand hier. Von einem Bootslieger erfahren wir den WC-Code, nutzen die noch angeheizte Sauna und genießen den Rest des Abends unter Deck zwischen den zum Trocknen aufgehängten Sachen…

18.08.2021 Kasnäs Hafentag

Der Blick aus dem Cockpit und auf dem Wetterbericht macht die Entscheidung leicht – Hafentag.

19.08.2021 Kasnäs nach Hanko 24,5 sm

Nachdem gestern Abend noch einmal alle verfügbaren Wetterinformationen gesichtet wurden, haben wir uns entschieden , um 06.00 Uhr abzulegen, um eine sich abzeichnende Wetterberuhigung auszunutzen. Zuvor hatten wir jedoch noch eine sehr unruhige Nacht, da eine Regenfront mit orkanartigen Böen keine Zeit zum Schlafen ließ. Wir hatten jedoch einen sicheren Liegeplatz im inneren Teil der Marina von Kasnäs und sind gut davon gekommen. Anderen Bootsliegern ging das nicht so…

Um 05.00 Uhr klingelt der Wecker. Es gibt ein kleines Frühstück und unter besten Bedingungen legen wir um 06.00 Uhr ab.

Der Wind hat sich eine Verschnaufpause gegönnt, so dass wir unter Motor erneut die Meilen gut machen. Es ist eine weitere Segelyacht, welche sich diese Wetterberuhigung zum Nutzen macht. So sind wir zu zweit unterwegs Richtung Hanko. Das Meer ist noch ruhig und sogar die Sonne gibt ein trügerisches Bild eines schönen, bevorstehenden Tages von sich.

Hanko erreichen wir um 10.00 Uhr. Inzwischen hat der Wind etwas zugelegt, es scheint jedoch weiterhin die Sonne. Wir fahren zunächst an die Tankstelle und versorgen uns noch einmal mit Diesel. Dann gibt es die kurze Überlegung, doch gleich weiter zu fahren.

Der Blick auf den weiteren Wetterverlauf des Tages vertreibt diesen Gedanken jedoch sofort. Dazu kommt eine Wind- und Seegangswarnung von Turku-Radio.

Am Nachmittag hat uns die Realität eines Tiefdruckgebietes wieder in seinem Bann, Windböen und starke Regenschauer prägen den weiteren Tagesverlauf. Gut, das wir hier geblieben sind…

20.08.2021     Hanko nach Koivastu     91,5 sm

Nachdem gestern das Regengebiet durchgezogen ist und wir noch ein wenig Zeit hatten, uns Hanko anzuschauen, haben wir am Abend einen gründlichen Wettercheck gemacht. Und somit viel die Entscheidung, erneut um 05.00 Uhr aufzustehen und uns klar zu machen für die Überfahrt nach Estland.

Es ist 06.15 Uhr, als wir die Leinen in Hanko lösen und auf Kurs gehen.

Zwanzig Minuten später setzen wir unsere Genua und segeln bei westlichem Wind auf südlichem Kurs. Der Wind bläst noch mit 5 bis 6 Windstärken und bringt uns auf eine gute Segelgeschwindigkeit.

Mit Rauschefahrt passieren wir den westlichen Golf von Finnland Richtung Süden. Am frühen Nachmittag passieren wir die Insel Vormsy östlich von uns und sind wieder im Schärengebiet mit moderatem Seegang und abschwächendem Wind. Wir setzen noch unser Großsegel und weiter geht es mit unserem südlichen Kurs. Gegen 17.00 Uhr ist der Wind soweit eingeschlafen, dass wir unsere Segel bergen und die letzten Meilen mit Motor fahren. Vor uns tauchen die Fähren von Koivastu auf und nach der Passage der einlaufenden Fähre steuern wir die Einfahrt zum modernen Yachthafen an. Wir sind fast alleine hier, jedoch weiß der Hafenmeister Dank AIS und unseres anderen Flottillenschiffes, welches uns bereits sehnsüchtig erwartet, Bescheid. Die Sauna ist angeheizt, unser estnischer Freund, mit dem wir uns morgen verabredet haben, steht überraschender Weise ebenfalls auf der Pier und hilft uns beim Anlegen.

Um 18.45 Uhr sind wir fest. Herzliche Wiedersehensfreude, der Anlageschluck und dann geht es erst einmal in die Sauna zum Durchwärmen. In kleiner, geselliger Runde genießen wir danach ein gutes Abendessen an Bord unseres Flottillenschiffes…

21.08.2021     Koivastu nach Koiguste     33,0 sm

Zunächst schlafen wir erst einmal aus.

Um 10.00 Uhr sind wir jedoch klar zum Ablegen und gehen erneut auf südlichen Kurs Richtung Golf von Riga. Wir haben fast gar keinen Wind und die Aussicht auf starke Regenschauer und Gewitter. Also motoren wir wieder einmal zum nächsten Zielhafen.

Der Regen und das Gewitter enttäuschen uns nicht. Wir haben keine Chance, aus zu weichen und fahren also mitten durch.

Anschließend ist die Crew vom Decksreinschiff befreit, das hat der Starkregen bereits erledigt. Bei bestem Wetter laufen wir in Koiguste ein.

Unser Freund erwartet uns bereits und wir verbringen einen schönen Restnachmittag und Abend beim Grillen an Land an diesem schönen Platz…

22.08.2021     Koiguste nach Kuresaare 33,5 sm

Der Morgen begrüßt uns mit einem kräftigen Trommeln an Deck. Es regnet wieder. Wir frühstücken in aller Ruhe und entscheiden uns für ein Auslaufen trotzt des wechselhaften Wetters.

Als wir erneut um 10.00 Uhr die Leine lösen, regnet es wieder.

Der Wind kommt aus Nordwest , so dass wir gleich nach dem Auslaufen die Genua setzen und auf Kurs gehen.

Später schläft der Wind ein. Wir bergen die Genua. Irgendwann später kommt der Wind wieder, fast aus der Richtung, in die wir wollen. So bleibt es für uns ein Motorschlag bis Kuressaare. Ein Anruf beim Hafenmeister vorab bestätigt uns, das das Fahrwasser tief genug ist für uns.

So laufen wir in die lange und spannende Einfahrt zum Yachthafen ein und sind um 15.40 Uhr fest. Wir werden bereits erwartet vom Hafenmeister, es gibt ein freundliches Wiedersehensgespräch und natürlich die obligatorische Einweisung in die Gegebenheiten des Hafens.

Später frischen wir noch einmal unsere Vorräte im nahem COOP auf. Dann gehen wir auf Entdeckungstour in die Stadt…

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