Logbuch 11.07.-18.07.2021

11.07.2021 Göteborg Lilla Bommen

Crewwechsel in Göteborg. Gegen 15.30 Uhr ist die neue Crew an Bord. Die Anreise hat problemlos funktioniert. Ein herzliches Willkommen an Bord und wir checken ein. Anschließend nach einer kurzen Einweisung geht es gleich in den Supermarkt, um unsere Vorräte für die kommenden Tage aufzufüllen.

Später folgt die Sicherheitseinweisung und den ersten Abend verbringen wir in Göteborg bei einem gemütlichen Abendessen…

12.07.2021     Göteborg nach Trollhättan     38,5 sm

Der Tag beginnt heute um 07.00 Uhr an Bord. Wir frühstücken und machen klar Schiff. Der Kontakt mit der ersten Brücke ergibt dann auch unsere Ablegezeit. Um 09.35 Uhr wird die Götaalvsbron für uns geöffnet.

Wir legen um 09.20 Uhr ab und klaren das Deck auf. Die Brücke öffnet planmäßig.

Unsere Fahrt mitten durch Schweden hat begonnen. Auch an allen weiteren Brücken müssen wir nicht lange warten.

Ein kleiner Tanker begegnet uns, ansonsten ist der Schiffsverkehr überschaubar.

Unsere erste Schleuse erwartet uns in Lilla Edit. Eine kurze Einweisung der Crew in den Schleusenvorgang und schon dürfen wir einlaufen. Wir sind drei Sportboote, welche aufwärts geschleust werden.

Um 15.45 Uhr sind wir die ersten 6 m höher. Die weitere Fahrt bis Trollhättan verläuft reibungslos.

Mein Wunschliegeplatz unterhalb der alten Schleusen von 1800 und 1844 ist frei und wir legen natürlich an.

Der Anleger wird zelebriert, das Bad in der Götaalv folgt. Den Abend beenden wir mit einem Grillabend inmitten der Natur und einem ersten Spaziergang in der geschichtsträchtigen Umgebung.

13.07.2021     Trollhättan nach Vänersborg     9,5 sm

Der Vormittag gehört dem Ort Trollhättan und seiner schönen Umgebung.

Wir baden vor dem Frühstück, genießen das Flair des Augenblicks und gehen später den Rundwanderweg entlang der Schleusen, dem alten Wasserwerk hin zum Wasserfall der Götaalv.

Auf dem Rückweg erleben wir die unglaubliche Aussicht auf diese Landschaft und folgen einem schönen Wanderweg entlang des Flusses zurück zu unserem Liegeplatz.

Um 13.00 Uhr legen wir ab. 10 min später sind wir in der ersten Schleuse der Schleusentreppe fest.

Um 14.35 Uhr haben wir alle 4 Schleusen passiert und 24 Höhenmeter absolviert. Jetzt fahren wir noch einmal durch Trollhättan, passieren einige Brücken und verlassen eine Stunde später die Götaalv, um in den Kanal zur letzte Schleuse dieser Woche abzubiegen.

Auch klappt alles problemlos und wir können jetzt bis auf eine kurze Wartezeit vor der Gropbron bis zu unserem heutigen Reiseziel Vänersborg fahren. Es ist 17.45 Uhr als wir fest sind. Der Anleger ist verdient, wir plaudern über das heute vielfältige Programm und gehen später in die Stadt zum Essen.

Auf dem Rückweg gibt es noch einen Stopp im Supermarkt, um die Vorräte für die nächsten drei Tage aufzufrischen…

14.07.2021     Vänersborg nach Dalbergså     20,5 sm

Der Himmel ist bedeckt, jedoch verspricht der Wetterbricht den weiteren Tagesverlauf auch Sonne und Wind zum Segeln. Wir frühstücken und klaren alles auf. Dann fahren wir zur Bootstankstelle und bunkern Diesel für die nächsten Reiseabschnitte.

Nach dem Tanken fahren wir bis vor die alte Eisenbahnbrücke, welche uns mit der folgenden Dalbrobron noch vom Vänernsee trennt. Wir legen am Wartesteg an und können kurze Zeit später dieses historische Meisterwerk passieren.

Kurze Zeit später öffnet auch die Dalbrobron und wir sind auf dem Vänernsee…

 Nach der Passage des Leuchtturms Normansgrundet setzen wir die Segel und gehen auf Kurs. Unsere Generalrichtung ist Nordost, natürlich genau die Richtung, aus der auch der Wind kommt. So kreuzen wir auf und freuen uns über die Möglichkeit, endlich wieder segeln zu können. Ca. 1 ½ Stunden später hören wir hinter uns lautes Grummeln, und sehen die ersten Blitze.

Der Himmel hatte es zuvor bereits angekündigt und der Blick auf das Wetterradar bestätigt es. Wir sprechen kurz über Funk mit unserem Flottillenschiff und die Entscheidung fällt, Segel bergen, Motor an und das Gewitter über uns durchziehen lassen.

Kurs vor die Einfahrt in die Flussmündung unseres heutigen Zielhafens ist es dann soweit, ein starker Regen beginnt und das Gewitter ist fast über uns.

Wir laufen trotzdem in den schmalen Flusslauf ein und fahren an den Gaststeg, welche bereits gut gefüllt ist. Als wir uns entscheiden, wieder auszulaufen, werden wir von Land aus angesprochen und eingewiesen in einen Liegeplatz, welchen wir unter normalen Umständen aus mangelnder Ortskenntnis nicht angelaufen wären. Als wir im Päckchen an einer 34-er Najad fest sind, beginnt der Hafenmeister ein kleines Umparken mit den anderen Gästen. Kurze Zeit später sind wir an der Pier fest, das Flottillenboot kann bei uns ins Päckchen und allen anderen Beteiligten sind zufrieden und entspannt…

Der Regen hat aufgehört, die Sonne hat sich durchgesetzt und die Beschaulichkeit des kleinen Hafens macht sich erst jetzt richtig bemerkbar. Ein schöner Abend steht bevor…

15.07.2021     Dalbergså nach Svensudden     27,0 sm

Ein wunderschöner Sonnenschein am Morgen weckt uns. Wir frühstücken unter Deck, da die Sonne uns schon zu viel zulegt.

Dann plötzlich ziehen Nebelschwaden vom Vänernsee aus in den Flusshafen. An Ablegen ist zunächst nicht zu denken. So nutzen wir die Gelegenheit noch für die eine oder andere Entdeckung und lernen unteranderem Alma kennen…

Später löst sich der Nebel und die Sonne setzt sich durch. Um 11.15 Uhr legen wir ab. In der Ausfahrt ist es noch diesig, jedoch reicht uns die Sicht für die Ausfahrt und unseren Kurs Richtung Nordost.

Das ist auch die Windrichtung, jedoch ist der Wind zum Segeln noch zu schwach.

Zwei Stunden später setzen wir unsere Segel und gehen auf den Kreuzkurs. Es werden insgesamt elf Segelmeilen bis vor die westliche Einfahrt in den Ekens Skärgård. Ab hier wollen wir motoren, wird es doch schmal und teilweise sehr eng für uns.

Wir passieren eine interessante und abwechslungsreiche Schärenwelt mit engen Durchfahrten und steuern den Hafen Spiken an.

Der Hafen ist schon gut belegt, so dass für uns große Yachten kein Platz mehr zur Verfügung steht. Eine halbe Seemeile weiter nördlich ist der kleine Anleger Stensudden, wo wir noch freie Plätze mit Heckanker bekommen.

Es ist 18.45 Uhr, als wir in diesem beschaulichen Platz fest sind. Baden ist angesagt und dann wird der Grill für den Abend vorbereitet und angeheizt.

Später genießen wir einfach die Natur und den Sonnenuntergang mit dem besonderen Licht in dieser doch zauberhaften Schärenwelt…

16.07.2021     Svensudden nach Lidköping     14,5 sm

Es ist 05.45 Uhr, als wir vom Rauschen des Windes in den Bäumen geweckt werden. Der Wind weht frisch aus Nordost und drückt genau raumschot auf unser Heck. Das bedeutet für unseren Heckanker natürlich Schwerstarbeit und für den Skipper die Unsicherheit, ob der Anker hält. Der Blick auf die Wetterkarte entbindet uns jeglicher Grübelei, der Wind wird noch zunehmen und damit liegen wir hier recht ungeschützt…

Die Crew wird geweckt und wir bereiten das sofortige Ablegen vor. Um 06.10 Uhr sind beide Yachten frei vom Steg und haben den Heckanker eingeholt. Auch unsere Stegnachbarn sind bereits aktiv und folgen uns…

Langsam fahren wir weiter durch die Schären und entscheiden uns, gleich auf Kurs Richtung Mariestad zu gehen. In der Kinneviken herrscht schon ein wenig Seegang und unser Kurs geht gegen an. Da wir noch nicht gefrühstückt haben, wird unser Plan geändert. Wir gehen auf Raumschotkurs, setzen die Genua und segeln Richtung Süden. Jetzt kann das Frühstück beendet werden.

Der Blick in die Karte und diverse Hafenhandbücher führt uns zu der Entscheidung, nach Lidköping abzulaufen.

Wir segeln bis vor die Hafeneinfahrt und sind gegen 09.35 Uhr fest. Der Blick auf den weiteren Wetterverlauf führt uns zu der Entscheidung, heute hier zu bleiben und morgen die neue Prognose südlicher West mit Drehung auf West für einen entspannten Segeltörn nach Mariestad zu nutzen.

Zunächst jedoch gibt es ein zweites Frühstück und anschließend einen Landeinfall in Lidköping…

17.07.2021     Lidköping nach Mariestad     31,5 sm

Stille am Morgen, Sonne und ein Sprung in das kühle Nass, so beginnt der heutige Tag. Wir genießen diesen Tagesbeginn und frühstücken unter Deck, da die Sonne bereits sehr intensiv ist.

Um 09.00 Uhr legen wir ab. Es weht eine leichte Brise aus West. Gleich hinter der Hafenausfahrt setzen wir die Segel und gehen auf Kurs. Das Ganze hält bis gegen Mittag vor, dann driften wir mehr als das wir voraus kommen. Nach 9 Segelmeilen machen wir um 12.30 Uhr den Motor an.

Das ändert sich nicht mehr bis Mariestad.

Um 15.30 Uhr laufen wir ein, tanken unseren Dieseltank noch einmal voll und gehen an unseren Liegeplatz an der Pier.

Wieder ist eine Segelwoche der besonderen Art zu Ende, viele Motorstunden, davon das meiste dem Kanal geschuldet, dafür aber auch das traumhafte Segelrevier des Vänersees. Morgen ist Crewwechsel und dann geht unser Törn weiter in den Göta Kanal…

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