Logbuch 06.06.-13.06.2021

06.06.2021     Bovallstrand nach Lysekil     33,5 sm

Heute ist der schwedische Nationalfeiertag, jedoch ist in Bovallstrand nichts davon zu spüren. Wir gratulieren unseren schwedischen Bootsnachbarn und hinterfragen das heutige Tagesprogramm…

Dank der Pandemie findet zumindest in der Region, wo wir unterwegs sind, so gut wie nichts statt. Die schwedische Variante der Feierlichkeiten ist kurz zusammengefasst – Boot fahren und Segeln – die Zeit genießen…

Das tun wir auch. Nachdem Frühstück gibt es noch einen kleinen Landgang, bevor wir um 10.45 Uhr die Leinen lösen.

Zunächst motoren wir gegen den Wind aus dem Schärengebiet in das Skagerrak. Nach zwei Seemeilen können wir die Segel setzten und gehen auf einen Kreuzkurs gegen den westlichen Wind bis in den freien Seeraum. Jetzt können wir mit langen Schlägen Richtung Süden segeln, wobei der Wind uns das heute nicht ganz einfach macht, da er auf Südwest dreht. Östlichen von uns liegt Sotenäs und Smögen.

Zwanzig gesegelte Meilen später können wir in den Fjord vor Lysekil abfallen. Irgendwann hat auch der Wind soweit nachgelassen, das aus dem Segeln driften wird. Die letzten Meilen werden mit Motor zurückgelegt.

Wir nutzen die Gunst der Stunde und tanken unseren Dieseltank noch einmal voll, dann legen wir im Gasthafen an. Es ist inzwischen 18.30 Uhr. Es war wieder ein schöner und entspannter Segeltag. Das Abendessen wird vorbereitet, ein Spaziergang steht noch an und den Rest werden wir morgen früh sehen, wenn das aktuelle Wetter uns den nächsten Reiseabschnitt vorgibt…

07.06.2021     Lysekil nach Åstol     26.5 sm

Es gibt noch einige Besorgungen in der Stadt zu erledigen, so, dass wir erst 11.45 Uhr ablegen. Der Himmel hat sich bezogen, ab und zu scheint die Sonne durch.

Später kommt der eine oder andere Regentropfen bis an Deck durch. Der Wind kommt heute schwach von vorn, so, dass wir uns entscheiden, den kurzen Weg durch die Schären zu fahren, mit der Hoffnung, vielleicht doch noch einige Segelmeilen zu schaffen.

Leider wird daraus nichts. Wir passieren reizvolle Schärenfahrwasser und sind nicht nur navigatorisch angespannt, sondern immer wieder auch fasziniert von der Landschaft. Um 16.30 Uhr laufen wir in Åstol ein.

Schon der erste Eindruck gefällt uns. Wir machen längsseits fest und entdecken das kleine Eiland für uns. Åstol ist nur 800 m lang und 600 m breit. Es gibt über 200 Wohnhäuser und 300 Menschen leben hier dauerhaft.

Es gibt also einiges für uns zu entdecken und wir lassen uns vom heute kühlen Wetter nicht abhalten…

08.06.2021     Åstol nach Vesterø / Læsø     50,5 sm

Åstol lädt bestimmt zum Verweilen, wir wollen den heutigen Tag jedoch nutzen, um unter Ausnutzung des Wetters nach Læsø zu segeln. Noch ist der Himmel Wolkenverhangen und der Wind kommt aus Südwest, das soll sich jedoch bessern.

Um 10.10 Uhr legen wir ab.

Wir passieren Åstol südlichen und motoren zunächst eine Stunde aus dem Fjord. Dann setzen wir die Segel und gehen auf westlichen Kurs. Eine weitere Stunde später dreht der Wind wie angekündigt auf West. Wir wenden und können jetzt Læsø anliegen.

Es wird ein langer und schöner Segeltag, da die Sonne sich auch noch blicken lässt und uns begleitet. Wir nutzen die Gelegenheit und üben ein wenig mit dem Sextanten – Standlinie mit der Sonne und später noch eine zweite Standlinie und die entsprechende Versegelung. Und das Ergebnis ist gar nicht so schlecht. Wir wollen das Morgen noch einmal wiederholen – Übung macht den Meister…

Um 19.55 Uhr bergen wir die Segel und laufen in Vesterø Havn ein.

Ein guter Liegeplatz ist schnell gefunden. Wir sind nicht die einzigen deutschen Yachten hier. Um 20.15 Uhr sind wir fest. Wir genießen den Anleger, huldigen den schönen Segeltag und lassen den Abend mit einem guten Abendbrot ausklingen…

09.06.2021     Vesterø / Læsø nach Skagen     28,5 sm

Ein sonniger Morgen und ein angesagter Westwind stimmen uns gut auf den Tag ein. Nach dem Frühstück gibt es noch einige Schritte an Land, ein Freundschaftsbesuch beim Hafenmeister für einen kleinen Talk, dann bereiten wir uns zum Ablegen vor.

Um 11.30 Uhr lösen wir unsere Leinen. Wir werden heute alleine nach Skagen segeln, die andere Crew möchte noch einige Eindrücke von Læsø mitnehmen und legt einen Hafentag ein.

Der gute Wind bringt uns zügig voran. Die Reede vor Skagen ist gut gefüllt, unteranderen passieren wir die AIDADiva, jedoch können wir keine Passagiere feststellen.

Der Hafen befindet sich im großflächigen Umbau, so dass beim Einlaufen besondere Aufmerksamkeit erforderlich ist. Der Yachthafen ist sehr überschaubar gefüllt.

Es ist 16.00 Uhr, als wir in Skagen fest sind. Nach dem Anlegezeremoniell suchen wir das Corona-Testcentrum auf und lassen uns testen. Das ist in 5 min erledigt, Ergebnis gibt es aufs Handy… Mit dem Negativergebnis auf dem Smartphone können wir uns jetzt frei bewegen in Dänemark…

Wir beginnen den Abend in einem der vielen Fischrestaurants im Hafen. Nach dem Abendessen folgt der touristische Teil des Tages.

Wir wandern nach Greenen, der nördlichsten Spitze Dänemark. Auf dem Hinweg folgen wir dem Strand und der Spur der Leuchttürme und alten Bunkeranlagen aus dem letzten Krieg.

Dann öffnet sich der Blick auf das besondere Naturphänomen. In Greenen treffen Ostsee und Nordsee aufeinander und damit auch zwei Wellensysteme, welche sich dort aus unterschiedlicher Richtung treffen. Ein einmaliger Ort auf unseren Planeten…

Wir genießen diesen Anblick und den Moment der Einsamkeit, da wir fast alleine sind.

Auf dem Rückweg über den bequemeren Fußweg treffen wir noch auf Rehe, welche ohne Scheu uns einfach ignorieren und sich nicht in ihrer Abendbeschäftigung stören lassen…

Es ist 22.00 Uhr, als wir wieder an Bord sind. Ein schöner Tag neigt sich dem Ende…

10.06.2021     Skagen nach Sæby     27,0 sm

Der Vormittag gehört noch einmal dem Ort Skagen. Auch hier gibt es einiges zu entdecken. Um 11.00 Uhr verabschieden wir uns von Skagen.

Ab jetzt segeln wir wieder südwärts. Gleich hinter der Ausfahrt setzen wir die Segel, zunächst noch gerefft, da der Wind recht frisch über das Land kommt. Später reffen wir aus. Die Sonne scheint, einige wenige Wolken ziehen am Himmel und wir nutzen die Zeit, um weiter am Sextanten zu üben – heutiges Thema: Mittagsbreite und Mittagslänge. Hinzu kommt, das wir heute eine partielle Sonnenfinsternis haben, welche wir tatsächlich auch fasziniert beobachten können.

Fleißig wird mit dem Sextanten gemessen. Später werten wir die Messungen rechnerisch aus. Und siehe da, es passt. Wir sind nur ca. 4 sm von unserem GPS-Standort, welche wir zur Mittagszeit notiert haben, entfernt. Für das erste Mal ist das doch schon ganz gut…

Der Wind bleibt uns bis vor dem Hafen treu. Um 16.40 Uhr bergen wir unsere Segel und laufen ein.

Erneut ist ein Liegeplatz kein Problem. Um 17.00 Uhr sind wir fest.

Später gesellt sich dann unser Flottillenschiff noch hinzu. So sind wir wieder zusammen und es gibt natürlich einiges zu bereden…

11.06.2021     Sæby nach Aalborg     47,5 sm

Der angesagte Wetterumschwung kündigt sich bereits am Morgen an. Der Himmel ist bezogen. Wir sind um 09.20 Uhr klar zum Ablegen und gehen auf Kurs.

Zunächst ist der Wind auf unserer Seite und wir können einen schnellen Am-Wind-Kurs segeln. Später kommt der vorhergesagte Winddreher auf Süd und der Wind wird weniger. Wir entscheiden uns 10 Seemeilen vor der Hals-Barre-Ansteuerung für den Motoreinsatz.

Dort können wir zwei Stunden später wieder segeln. Wir passieren Hals und segeln in den Limfjord. Der Wind wird immer böiger und nimmt zu. Fünf Seemeilen vor der Aalborger Brücke kommt dann die Schauerfront. Die Segel werden eingepackt und wir motoren die letzten Meilen. Vor der Brücke müssen wir noch ein wenig warten, da der nächste Brückenzug erst um 19.00 Uhr ist.

Es ist 19.30 Uhr, als wir im Vestré Baadehavn fest sind. Die erste Schauerfront ist durch, jedoch sieht der Himmel nicht besser aus. Wir genießen unseren letzten Anleger für diese Woche, da wir morgen in Erwartung des Starkwindes einen Hafentag machen…

12.06.2021    Aalborg Hafentag

Der Starkwind ist da. Jetzt weht es bereits mit 10 m/s und wird noch bis auf 13 m/s gehen. Der böige Wind hat jetzt schon in der Spitze 19 m/s und wird noch auf 23 m/s zunehmen.

Das Positive an dieser Situation ist die Sonne. Hell scheint sie bereits am Morgen und wird uns den ganzen Tag begleiten. Die Kaltfront ist durch. Wir werden den Tag nutzen, um zunächst den noch notwendigen Corona-Test für die Rückreise durchzuführen. Danach wird Aalborg entdeckt…

Morgen ist Crewwechsel. Mit der Crew geht auch der Skipper von Bord und wird für einige Tage nach Berlin zurückfahren. Dort erwartet ihn die zweite Impfung und dann geht es durchgeimpft wieder zurück nach Aalborg, damit wir die Reise fortsetzen können…

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