Logbuch 05.09.-12.09.2020

05.09.2020        Karlskrona nach Garpahamnen              10,5 sm

Mit dem 10 Uhr-Zug kommt unser erwartetes Crewmitglied. Nach der Begrüßung erfolgt eine kurze Einweisung in die Gegebenheiten der Yacht.

Um 11.30 Uhr legen wir ab.

Zunächst motoren wir langsam am Marinemuseum und am Marinehafen vorbei. Anschließend setzen wir die Genua. Südwest- bis Westwind Stärke Fünf bis Sechs erwartet uns. Wir segeln Hoch-am-Wind durch die Schärenlandschaft Richtung Westen und sind zügig unterwegs. Natürlich müssen wir aufkreuzen. Kurz vor der schmalen Durchfahrt bei Hasselö bergen wir die Genua und passieren die Engstelle vor dem Hafen Garpahamnen. Um 13.35 Uhr sind wir fest.

Wir sind wieder einmal die Einzigen hier. Der Ort und der nahe Strand in den Außenschären sind auf jeden Fall einen Spaziergang wert.

Es gehen noch einige Regenschauer durch, aber das Wetter scheint tendenziell besser zu werden. Am Abend wollen wir den Grill anheizen und hoffen, dass das Wetter mitspielt…

06.09.2020        Garpahamnen nach Nogersund               43,0 sm

Nach unserem gestrigen Grillabend und dem anschließenden Bocciaspiel im Hafen sind wir heute bereits früh unterwegs. Frühstück gab es um 07.30 Uhr und so waren wir eine Stunde später klar zum Ablegen. Um 08.35 Uhr sind wir unterwegs.

Gleich hinter der Mole setzen wir die Genua und etwas später folgt das Großsegel. Nach der Ausfahrt durch die letzten Untiefen vor Garpahamnen gehen wir hoch an den Wind. Wir kreuzen Richtung Westen bis in die Einfahrt nach Ronnebyhamn und segeln wieder hinein in die Schärenwelt von Blekinge.

Dort bergen wir die Segel und fahren unter Motor durch die teilweise engen und steinigen Schärenfahrwasser bis in Höhe Karlshamn. So können wir zumindest noch einmal ein wenig Schärenfeeling mitnehmen. Vor Karlshamn setzen wir erneut die Segel und gehen auf Südkurs. Wir passieren die Insel Hanö und gehen unter Land in den Hafen Nogersund, wo wir ein wenig windgeschützt vor den wieder stärker werdenden Westwind übernachten werden. Um 16.45 Uhr sind wir fest in Nogersund.

Wir schauen uns im Hafen um und verholen noch einmal ein anderes Hafenbecken, wo wir etwas ruhiger liegen und die Fischer nicht stören…

07.09.2020        Nogersund nach Skillinge           36,5 sm

In den Morgenstunden beginnt es zu regnen. Wir frühstücken um 08.00 Uhr und entscheiden uns, nach dem Blick auf das Wetter, noch ein wenig zu warten.

Gegen 09.30 Uhr ist der vorläufig letzte Regenschauer durchgezogen. Wir klaren auf und legen ab. Um 10.00 Uhr sind wir unterwegs.

Gleich hinter der Ausfahrt setzen wir Groß und Genua, jeweils gut gerefft und gehen auf Kurs.

Ein böiger sechser Westwind wartet auf uns, als wir aus der Abdeckung frei sind. Dazu kommt die interessante See der Hanöbucht, welche immer wieder einige Überraschungsbrecher bereithält. Trotzdem kommen wir gut und zügig voran. Gegen 14.30 Uhr sind wir erneut unter Land und passieren Simrishamn. Unser heutiges Ziel ist Skillinge, der letzte Hafen vor Sandhammaren und für uns voraussichtlich der Absprunghafen zurück nach Rügen. Um 15.45 Uhr bergen wir die Segel und fahren in die schmale Einfahrt von Skillinge ein. Wir haben kein Problem, einen Liegeplatz für uns zu finden und sind um 16.00 Uhr fest an der Pier. Wir checken ein, trinken unseren Anleger und erkunden die Umgebung.

Zum Abend kehrt Ruhe im Hafen ein und wir haben erneut die Chance, die nette Stimmung in einem kleinen schwedischen Ort zu genießen und den dazugehörigen Sonnenuntergang mit Blick auf Bornholm…

08.09.2020        Skillinge nach Ystad       27,0 sm

Das Starkwindgebiet mit Regen hat uns fest im Griff. Der Wasserstand ist inzwischen um mindestens 30 cm gefallen. Am Morgen ist noch unklar, wie wir weiterkommen werden. Es gibt mehrere Optionen – Hafentag, Nachtfahrt nach Sassnitz oder nach Ystad. Zum Abend soll es moderater werden. Das Wetter für die kommenden Tage sieht sehr gewöhnungsbedürftig aus. Wir vertagen die Entscheidung auf 15.00 Uhr. Bis dahin sind wir im Freizeitmodus. Skillinge ist ein netter Ort und schön anzuschauen mit den kleinen Gassen und den schönen Häusern am Meer. Der örtliche Kaufmann ist ebenfalls gut sortiert und wenn das Wetter besser wäre, kann man hier doch etwas verweilen und den einen oder anderen Landausflug machen…

Der 15.00 Uhr Wettercheck führt zu einer Entscheidung. Wir nutzen den abflauenden Wind der nächsten Stunden für die Überfahrt nach Ystad. Um 17.00 Uhr gibt es Abendbrot an Bord. Anschließend klaren wir auf und legen ab.

Es ist 18.00 Uhr, als wir den netten Hafen verlassen.

Da wir noch in der Abdeckung der Küste sind, geht es zunächst zügig voran. Wir haben uns für die Motorfahrt entschieden, da wir ab Sandhammaren aufkreuzen müssten gegen die See. Nachdem wir Sandhammaren passiert haben, stampfen wir durch die noch aufgewühlte See Richtung Ystad. Der Wind ist wie angesagt noch moderat und nimmt erst vor Ystad wieder zu. Wir erleben einen schönen Sonnenuntergang auf See und haben einen sternenklaren Himmel. Nur am Horizont ist bereits das neue Wolkenband zu sehen.

Gegen 22.00 Uhr sind wir in der Einfahrt von Ystad. Kurz zuvor hat uns die Schnellfähre von Bornholm passiert – immer wieder beeindruckend. Wir tasten uns langsam in die Einfahrt und sind gegen 22.30 Uhr längseits fest in der Marina Ystad. Der Hafen ist sehr übersichtlich gefüllt, so das ein Liegeplatz und das Anlegemanöver kein Problem darstellen. In der Nacht nimmt der Wind weiter markant zu und die Crew stellt fest, dass es die richtige Entscheidung war, nur bis Ystad zu fahren…

09.09.2020        Ystad Hafentag

Die Sonne und der Wind wecken uns. Wir frühstücken um 08.30 Uhr. Der Blick auf die Wetterdienste bestätigt unsere Entscheidung, heute hier zu bleiben. Der Himmel bezieht sich bereits wieder.

Ystad hat einiges zu bieten und so sind wir heute erneut im Freizeitmodus und werden abends schauen, wie wir morgen weiterkommen…

10.09./11.09.2020         Ystad – auf See – Kloster            71,0 sm

Der morgendliche Blick auf das Wetter bestätigt unseren gestrigen Plan, am Abend auszulaufen und über Nacht Richtung Rügen zu segeln. Wir wollen mit dem ersten Büchsenlicht nach Kloster einlaufen und nicht das Risiko einer Nachtansteuerung in diesem spannenden Hiddenseerevier eingehen.

So genießen wir den Tag noch in Ystad und gehen abends sozusagen das vorläufig letzte Mal in diesem Jahr in Schweden essen. Um 19.30 Uhr sind wir soweit. Wir legen ab und laufen aus. Gleich hinter der Mole setzen wir die Segel, kommen jedoch nicht sehr weit, da der Wind bereits am Einschlafen ist.

Wir erleben den Sonnenuntergang und bergen die Genua. Mit dem gesetzten Großsegel motoren wir in die Nacht. Wir kreuzen zwei Verkehrswege und haben einiges zu tun, was eine sichere Querung dieser Küstenverkehrswege betrifft. Zwischenzeitlich kommt in der sternenklaren Nacht Wind auf. Das nutzen wir natürlich und segeln entspannt durch die Nacht. Später ist die Dünung erneut stärker als der Vortrieb, so dass unser Motor wieder gefordert wird. Das ändert sich bis Kloster nicht mehr. Um 06.40 Uhr passieren wir die Tonne Hiddensee. Um 08.00 Uhr sind wir in Kloster fest.

Hier werden wir den heutigen Tag verbringen. Zunächst gibt es den obligatorischen Anleger. Anschließend folgt die verkürzte Nachtruhe. Um 12.00 Uhr frühstücken wir und lassen uns in den restlichen Tag treiben…

12.09.2020 Kloster nach Breege 12,0 sm

Wir frühstücken bereits um 06.00 Uhr am Morgen und verabschieden uns. Ein Teil der Crew reist bereits ab Kloster mit dem Dampfer nach Stralsund, da hier die Weiterreise einfacher ist als ab Breege. Um 07.00 Uhr legen wir ab.

Kurze Zeit später ist die Genua gesetzt und wir sind die letzten Meilen unterwegs.

Es wehen fünf Gastlandflaggen an unserer Steuerbordsaling. Um 09.30 Uhr sind wir in Breege fest.

Unsere Rund Ostsee Segelreise 2020 ist Geschichte. Eigentlich können wir diese Reise auch anders nennen – unser Segelsommer in Schweden und in Finnland. Es war schon eine besondere Reise, welche ganz unter dem Zeichen der Bedingungen der Pandemie stand. An dieser Stelle sei ein besonderer Dank an all meine Mitsegler genannt, welche vorallem mit einer hohen Flexibilität dazu beigetragen haben, das wir einen schönen Segelsommer in Schweden, Finnland, Estland und den Ålands verbringen konnten. Dank auch den schwedischen, estnischen und vorallen den finnischen Behörden, welche uns unkompliziert und sehr kooperativ bei unserer Reisegestaltung begleitet und unterstützt haben.

Insgesamt stehen 2.283,5 Seemeilen in unserem Logbuch. Der Anteil an gesegelten Meilen beträgt über 53 % (1221 sm). Wir waren zu Gast in Schweden, den Ålands, Finnland, Estland und auf Gotland, haben 77 Häfen besucht, 14 Hafentage gestaltet und eine Nachtfahrt gemacht.

Unsere kürzeste Tagesdistanz beträgt vier Seemeilen (Ankerplatz Hemmarö nach Felsliegeplatz Ängsö). Unsere längste Etappe betrug 84 Seemeilen (Arösund nach Farösund/Gotland).

Wir werden 2021 erneut unterwegs sein zu unseren skandinavischen und baltischen Nachbarn. Wie wir diese neue Reise gestalten, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten ergeben. Wir werden auf www.rundostsee.de aktuell über unsere Pläne berichten.

Nach den Anlegen ist vor dem Ablegen. In diesem Sinne freuen wir uns, Sie bald wieder an Bord begrüßen zu können…