Logbuch 04.07.-11.07.2021

04.07.2021 Helsingör Hafentag

Die Urlaubswoche Roskilde ist zu Ende und somit sind wir wieder live dabei an Bord auf unserer Rund Ostseetour 2021.

Wir haben in der vergangenen Woche nicht nur ein wenig Festivalambiente genossen, dänische Freunde wiedergetroffen, Ankerplätze im Roskildefjord gestestet, sondern unsere SY LAMANTijN auch schon wieder etwas nach Norden verholt, so das wir aktuell in Helsingör liegen, wo wir gestern Abend das tolle Flair eines dänischen Sieges während der Fußball-EM erleben durften.

Unsere Flottille wird sich ab morgen wieder Einhand Richtung Göteborg versegeln. Die Wetteraussichten sind gut, die Stimmung an Bord könnte nicht besser sein…

05.07.2021     Helsingør nach Torekov     28,0 sm

Die Morgensonne und das ruhige Meer laden ein zu einem Bade im Kattegat. Anschließend frühstücken die beiden Einhand-Skipper gemeinsam und checken noch einmal das Wetter.

Es ist 08.40 Uhr, als wir die Leinenverbindung lösen.

Gleich hinter der Ausfahrt setzen wir die Segel und gehen zunächst auf nordöstlichen Kurs, um das Verkehrstrennungsgebiet zu queren. Der Strom tut ein Übriges und so sind wir trotz schwachen Winden mit über vier Knoten unterwegs.

Vor Kullen schwächelt der Wind sowie der Strom und so entscheiden wir uns in Anbetracht der angekündigten Wetteränderung für einen Motoreinsatz.

Mehrere Segelversuche unterwegs scheitern an dem immer wieder abschwächenden Wind. Es sind nur Böenstreifen, welche über die See gleiten…

Inzwischen bezieht sich der Himmel und dunkle Wolken kommen näher.

Wir sind um 14.30 Uhr in Torekov angekommen und fest. Und mit dem Belegen der letzten Festmacherleine fällt auch der erste Regentropfen. Hinzu kommt das vertrauten Grollen eines nahenden Gewitters.

Es sieht schlimmer aus als es dann ist, wir können jedoch den Anleger und den Rest des Nachmittags im Trockenen an Bord genießen…

06.07.2021     Torekov nach Glommen     33,0 sm

Erneut scheint die Sonne und verspricht einen schönen Tag. Ich nutze die Gelegenheit für ein weiteres morgendliches Bad am Badesteg des Ortes Torekov. Dort herrscht bereits regen Treiben. Hier scheint jeder einmal vor dem Frühstück ins Meer zu springen…

Um 08.00 Uhr frühstücken wir zwei Singlehand Skipper an Bord der SY ABALUS. Anschließend nutzen wir die Nähe des Supermarktes, um Vorräte zu ergänzen. Es wird 10.25 Uhr, als wir ablegen.

Gleich hinter der Hafenmole setzen beiden Yachten die Segel und gehen auf Kurs. Es wird ein Raumschot- bis Vorwindkurs über den ganzen Tag.

Zum Nachmittag nimmt der Wind ein wenig zu (wie bei dmi.dk angekündigt). Hinzu kommt ein wenig Welle von achtern. Später bezieht sich der Himmel auf See und kündigt weiteren Wind und Regen an.

Wir sind nach 33 Seemeilen um 17.25 Uhr fest in Glommen. Der Hafenmeister hilft beim Anlegen und gibt erste Informationen zum Hafen.

Dann fängt es an zu regnen. Das stört uns jedoch nicht weiter, wir zelebrieren unseren Anleger und bereiten das gemeinsame Abendessen an Bord vor.

Wir lernen auch unsere neuen Liegeplatznachbarn kennen.

Und dann soll es ja auch noch ein Halbfinalspiel der EM zu sehen geben…

07.07.2021     Glommen Hafentag

Nach dem spannenden ersten Halbfinalspiel am gestrigen Abend und einem guten Frühstück haben wir in Glommen zwei Waschmaschinen entdeckt. Damit war die Gewissensfrage geweckt, weitersegeln bei dem guten Südwind oder mal einen Waschtag einlegen. Der Blick auf das Wetter hat unser Gewissen beruhigt, der Südwind bleibt uns erhalten und ein Waschtag ist dringend notwendig. Zeit bis Göteborg haben wir auch genug, es ist schließlich nur noch eine lange Tagesreise entfernt.

Und so beschäftigen zwei Soloskipper zwei Waschmaschine den ganzen Tag lang, und das mit schwedischer Programmanleitung…

Am Nachmittag ist die ganze Wäsche durch (vier Maschinen pro Yacht !!!) und wir nutzen die Zeit für einen Landeinfall und ein gutes Wäschebier…

08.07.2021     Glommen nach Vallda Sandö     40,0 sm

Südliche Winde und Sonnenschein verspricht uns der Wetterbericht.

Nach dem Frühstück hält uns nichts mehr an der Pier. Um 09.45 Uhr legen wir ab und sind wieder unterwegs, Kurs Nord.

Gleich hinter der Mole setzen wir die Segel.

Dass mit der Sonne und der Windrichtung passt alles, jedoch wird der Wind immer schwächer, so, dass wir uns später für den Motoreinsatz entscheiden. Hinzu kommt noch ein erfolgreicher Angelversuch. Heute Abend gibt es Makrelen…

Da der Wind morgen aus Nord kommen soll, entscheiden wir uns für eine längere Etappe bis in die Schärenwelt. Unser Ziel ist heute Vallda Sandö, ein uns noch unbekannter Hafen in einem Naturschutzgebiet.

Die Einfahrt wird in den Hafenbüchern etwas spannend beschrieben, ist jedoch dank guter Sicht und wichtigen zusätzlichen Markierungen zumindest tagsüber kein Problem.

Um 17.45 Uhr sind wir fest. Es gibt keine Liegeplatzprobleme und viele Schweden tummeln sich an den Felsen im Wasser.

Es ist angenehm entspannt hier und gefällt uns auf Anhieb…

09.07.2021     Vallda Sandö nach Styrsö Sandvikshamnen   15,5 sm

Mit dem morgendlichen Bade im Meer beginnt dieser sonnige Morgen. Anschließend frühstücken wir bei mir an Bord und machen uns klar zum Ablegen. Das schöne Wetter soll heute Abend vorbei sein, so dass wir die Zeit nutzen wollen, noch einige Meilen Richtung Göteborg vor zu segeln.  

Um 10.15 Uhr legen wir ab.

Nach der Passage durch die Schären in das tiefe Wasser setzen wir eine Seemeile später die Segel. Der Wind kommt bereits aus westlicher Richtung und dreht im Laufe des Tages auf Nord.

Wir sind Hoch am Wind unterwegs und kommen mit einigen Wenden gut durch das Schärengebiet. Am frühen Nachmittag weht bereits eine frische Brise und sorgt für eine schnelle Fahrt. Vor Styrsö bergen wir die Segel und gehen auf Liegeplatzsuche. In Sandvikshamnen werden wir fündig und legen an. Es ist 14.15 Uhr als wir fest sind.

Der Himmel hat sich inzwischen bezogen und wir können den Wetterumschwung förmlich sehen. Nach uns füllt sich auch dieser Hafen langsam. Hier sind wir auf jeden Fall gut aufgehoben für den angesagten Starkwind heute Nacht…

10.07.2021     Styrsö Sandvikshamnen Hafentag

Der Starkwind hat uns verschont, dafür hat es noch in der Nacht angefangen, zu regnen. Es weht frisch aus Nordwest und der Regen solle den ganzen Tag bleiben. Beim gemeinsamen Frühstück entscheiden wir uns, das nicht so schöne Wetter hier im Hafen einfach abzuwarten und morgen die noch fehlenden 12 Seemeilen bis Göteborg zu fahren. Es gibt noch einiges an Bord zu tun und für die kommende Woche vorzubereiten.

Zum Spätnachmittag klart es auf, wir nutzen die Gelegenheit für einen Spaziergang auf dieser schönen Insel…

11.07.2021     Styrsö Sandvikshamnen nach Göteborg     11,0 sm

Die Nacht über gab es viel Wind. Mit dem Winddreher auf Südwest wurde es auch im Hafen für uns interessant.

Wir frühstücken um 08.00 Uhr und entscheiden uns, zunächst ein wenig zu warten, bis unsere anderen Hafenlieger gegenüber (sie liegen auf der Luvseite des nächsten Steges an der Mooringleine) sich klariert haben. Einer nach dem anderen legt ab und endlich haben wir auch genug Manöverraum, um unbeschadet aus unserer Box zu kommen. Es ist 11.00 Uhr als wir auf Kurs gehen.

Die Genua wird gesetzt und wir segeln entspannt durch die Schärenwelt vor Göteborg.

Vor der Göteborger Brücke bergen wir die Genua und legen die letzten Meilen mit Motorunterstützung zurück. In Lilla Bommen finden wir erneut einen guten Liegeplatz in bester Lage.

Es ist 13.45 Uhr, wir sind fest und die Einhand-Segelwoche ist zu Ende…

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