Logbuch 04.07.-11.07.2020

05.07.2020       Kyrkogårdsön nach Norrtälje              37,0 sm

Der Himmel hat sich bezogen und es ist frisch geworden. Das morgendliche Bad wird gegen eine warme Dusche getauscht. Traditionell ist um 08.00 Uhr der Tisch gedeckt. Bei einem guten Frühstück besprechen wir den Tag. Ab Mittag soll es regnen und die Windwarnungen sind auch nicht aufgehoben. Wir entscheiden uns für die Weiterfahrt, da wir innerhalb der Schären bleiben wollen und damit etwas geschützt sind.

Kurz vor 10.00 Uhr legen wir ab. Eigentlich sollte der Wind aus Südosten wehen, wir haben jedoch im Moment einen leichten Nordostwind.

So fahren wir bis Furusund unter Motor. Erst als wir aus den Inseln klarkommen, dreht der Wind auf unsere Wunschrichtung. Die Segel werden gesetzt und wir sind wieder standesgemäß unterwegs.

Gegen Mittag beginnt der angekündigte Regen, der Wind bleibt dabei segelbar. Der Regen entpuppt sich als ausgewachsener Dauerregen mit guten Intensität, so, dass wir zum Ende des Tages auch eine gute Segel- und Decksreinigung hinter uns gebracht haben. Kurz vor Norrtälje starten wir unsere Bordheizung, damit wir die Chance haben, unsere Segelsachen zu trocknen und uns durch zu wärmen.

Wir können bis in die Einfahrt des Norrtäljer Hafens segeln. Eine kleine Baustelle in der Hafeneinfahrt lässt uns kurz zögern, es wird wohl eine neue Fußgängerbrücke geben. Die Fundamente stehen bereits. Wir passieren die Baustelle unter Motor und legen an.

Es ist 16.50 Uhr als die Leinen fest sind. Kurze Zeit später klart es auf und der Regen ist abgezogen…

06.07.2020       Norrtälje Hafentag

Der gestrige Blick auf die Wetterkarte und die Vorhersagen haben uns zu der Entscheidung kommen lassen, wir machen einen Hafentag. Norrtälje ist dazu bestens geeignet. Das Wetter der Nacht und des Morgens haben unsere Entscheidung bestätigt. Und das ändert sich auch im Tagesverlauf nicht…

Unter anderem nutzen wir den Tag als Waschtag, zum Vorräte auffüllen, zum Entdecken des Städtchens, als Bürotag des Skippers und natürlich zum Entspannen. Und Norrtälje hat eine Sauna, die ausnahmsweise geöffnet ist…

07.07.2020       Norrtälje nach Paradiesviken und Finnhamn            42,0 sm

Das Wetter verspricht Besserung und wir wollen noch etwas von der wunderschönen Schärenlandschaft kennenlernen. Gegen 09.30 Uhr legen wir ab. Ein letzter Blick auf das niedliche Städtchen und das Moderne Bauen im Hafen und wir sind unterwegs.

Gleich, nachdem Fender und Leine verstaut sind, ist die Genua ausgerollt. Wir segeln. Wir folgen dem Fahrwasser des Fjordes und müssen am Fjordeingang anluven, der unser Kurs nach Süden geht und wir südwestlichen Wind haben. Wir passieren Kappelskär und gehen auf die Kreuz. Erst kurz vor Furusund bergen wir die Segel und gehen unter Motor in den nächsten Sund Richtung Paradiesviken. Das letzte Stück können wir noch einmal segeln, bevor wir das Fahrwasser Richtung Paradiesviken verlassen. Die Traumbucht ist noch nicht überfüllt, jedoch sind die guten, windgeschützten Plätze schon gut belegt. Wir suchen uns ein Platz auf der Nordseite, der bei Westwind halbwegs geschützt ist und machen fest. Der Anleger wird zelebriert, der Landeinfall folgt und das Abendessen wird genossen.

Inzwischen haben wir noch einmal eine Schauerfront und stellen fest, dass der Wind auf Südwest gedreht hat. Damit ist unser Liegeplatz nicht mehr ganz so schön und sicher, so dass wir uns um 21.30 Uhr entschließen, noch einmal abzulegen. Wir verlassen die lauschige Bucht und gehen auf Ostkurs. Eineinhalb Seemeilen später sind wir wieder fest. In Finnhamn sind wir die Einzigen in der Bucht und haben einen Liegeplatz im Schutz der Felsen und des Waldes vor dem Wind.

Es ist 22.00 Uhr, der Sonnenuntergang hat viele romantische Züge und wir genießen das Ambiente, als einzigste Yacht an diesem schönen Platz verweilen zu dürfen…

08.07.2020       Finnhamn nach Sandhamn    21,0 sm

Nach einer wunderbar ruhigen Nacht weckt uns am Morgen die Sonne. Ein kurzes Bad im Meer macht uns munter. Das Frühstück gibt es im Cockpit, danach werden schnell einige Fotos gemacht.

Dass mit der Sonne hält leider nicht vor. Wir sind direkt im Centrum eines kleinen Tiefdruckgebietes und haben südlich von uns schon die dunklen Vorboten für den weiteren Tagesverlauf. Um 10.20 Uhr legen wir ab.

Nachdem wir in das Fahrwasser eingefahren sind, weht ein frischer und kühler Wind genau aus der Richtung, in die wir wollen. So motoren wir zunächst in Richtung Süden. Als das Fahrwasser breiter wird, setzen wir die Segel und gehen erneut auf die Kreuz.

Es wird wieder ein schöner Segelschlag bis kurz vor Sandhamn. Der Regen hat bis jetzt auf sich warten lassen. Das war es dann aber auch. Mit der schönen Gleichmäßigkeit eines leichten Dauerregens werden wir die nächsten Stunden verwöhnt.

Wir passieren Sandhamn und laufen in den gegenüberliegenden Hafen Lökholmen ein. Hier ist es deutlich preiswerter als in Sandhamn, der Service passt auch und die Fähre fährt jede Stunde nach Sandhamn hinüber – gratis…

Um 14.40 Uhr sind wir fest. Wieder geschützt am Felsen mit kleinem Laufsteg und Muringleinen. Diesmal sind wir nicht alleine.

Der Anleger schmeckt. Der Regen wird irgendwann aufhören und die Fähre nach Sandhamn wird uns sicherlich auch zurückbringen…

09.07.2020       Sandhamn nach Fejan             39,0 sm

Der Regen hatte sich gestern schnell verzogen, so, dass wir den Nachmittag noch in Sandhamn genießen konnten sowie unsere Vorräte ergänzten. Den Abend haben wir an Bord und auf Lökholmen verbracht…

Der Morgen weckt uns erneut mit Sonnenschein. Einige kleine Cumuluswölkchen am Himmel versprechen einen weiteren schönen Tag. Wir legen um 09.40 Uhr ab und sind kurze Zeit später noch einmal in Sandhamn fest.

Wir haben doch noch einiges vergessen im Supermarkt…

Um 10.20 Uhr sind wir wieder unterwegs. Der Wind kommt aus West mit zwei bis drei Windstärken. Die ersten vier Seemeilen motoren wir noch, dann werden Großsegel und Genua gesetzt und wir gehen auf Nordkurs.

Mit uns sind eine ganze Reihe weitere Segler und Motorbootfahrer unterwegs. Als wir die Insel Möja passieren, haben wir im Fahrwasser fast das Gefühl der Rushhour.

Unterwegs kommt die Versorgung natürlich auch nicht zu kurz und so gibt es einen kleinen Mittagssnack.

Später in den Außenschären lichtet sich der Bootsverkehr ein wenig. Der Wind scheint einzuschlafen und als wir die Inselgruppe Rödlöga passiert, kommt der Wind plötzlich aus Nordost. Ein kleines lokales Tief, welches sich im Laufe des Tages gebildet hatte, steht ursächlich für den Winddreher. Aus Raumschot wird Hoch-am-Wind-Kurs und wir segeln weiter. In der Ferne haben sich inzwischen einige Regenwolken entwickelt und regnen vereinzelt ab. Wir werden jedoch noch verschont davon.

Um 17.20 Uhr bergen wir die Segel und sind kurze Zeit später in Fejan fest. Der Hafen macht einen guten Eindruck und uns gefällt es hier.

Sogar eine Sauna ist in Betrieb und die werden wir uns wohl nicht entgehen lassen…

10.07.2020       Fejan nach Mariehamn           34,0 sm

Erneut ist es die Sonne, welche uns am Morgen weckt. Wir frühstücken traditionell um 08.00 Uhr und sind gegen 09.00 Uhr klar zum Ablegen. Es folgt noch einmal der Blick auf das Wetter und die Reisebeschränkungen für Finnland.

Um 09.10 Uhr legen wir ab. Zunächst motoren wir eine Seemeile aus dem Fjord hinaus und setzen anschließend Groß und Genua – Kurs Ost entlang des Hauptfahrwassers Richtung Mariehamn. Nach der Passage des Leuchtfeuers Remmargrund passieren uns noch zwei Fähren Richtung Finnland und dann ist die Entscheidung gefallen – wir setzen unseren Gennaker, um bei dem leichten Halbwindkurs gut über die Ålandsee zu kommen.

Erst kurz vor Kobbaklintar bergen wir den Gennaker und fahren mit Großsegel und Genua in das Hauptfahrwasser der Ansteuerung Mariehamn ein.

Per Handy habe ich inzwischen über App unseres Außenministeriums – Sicher Reisen – die Nachricht erhalten, das Finnland zum 13.07.2020 die Einreisebeschränkungen sowie die Quarantäneregeln aufhebt. Damit steht unserem Segelabschnitt für die kommenden Wochen eigentlich nichts mehr im Wege…

Die letzte halbe Stunde machen wir mit Motor, da wir mit dem Vorwindkurs nicht mehr so richtig vorankommen.

Mariehamn kommt in Sicht, die Silhouette der Viermastbark Pommern erstrahlt im Sonnenlicht und wir finden schnell einen angenehmen Liegeplatz in der ASS-Marina. Wir sind nicht die einzige deutsche Yacht hier.

Der Anleger ist wohl verdient, die Hafengebühr wird entrichtet und jetzt steht der Entdeckung von Mariehamn nichts mehr im Wege…

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