26.05. bis 02.06.

26.05.2018

Anreise und Yachtcheck. Am Abend ist dann die Crew komplett und unsere Yacht soweit klar, dass die Reise beginnen kann. Bei einen guten Abendessen bei Fischer Jürgen beginnt unsere Rund Ostsee-Segelreise 2018.

27.05.2018

Der Blick aus dem Cockpit verspricht nichts Gutes. Nebel und Wind – ein ganz anderer Tag als der sonnige Samstag zum Törnstart. Wir frühstücken und legen um 08.30 Uhr nach dem Check der letzten Wetterinfos ab. Es ist diesig.

Wir setzen die Genua und gehen in das Fahrwasser zur Wittower Fähre. Es folgt ein Wechsel von Sicht gegen Null und Aufhellen. An der Wittower Fähre warten wir auf das Breeger Fahrgastschiff und motoren durch den Nebeln weiter (Radar und AIS-Fahrt). Nachdem wir den Libben passiert haben, hat es soweit aufgeklart, das wir erneut die Segel setzen und auf Am Wind-Kurs gehen. Der Wetterbericht spricht inzwischen von Nordost bis Ost 4 -5 mit Gewitterwarnung zum Nachmittag in Böen bis 10. Zunächst einmal segeln wir jedoch. Nördlich Arkona wenden wir. Uns gelingt ein guter Am Wind-Kurs mit 110° über Grund – für unsere geplante Nachtfahrt nach Kolberg eigentlich ideal. Doch der Wind nimmt zu, dreht auf Ost, die Sicht wird wieder schlechter und als wir dann wieder mit der Radarfahrt beginnen, entscheiden wir uns zum Ablaufen nach Sassnitz.

 Letzte Nebelschwaden über der Kreideküste

In Sassnitz sind wir um 19.30 Uhr nach 59 sm fest. Der Hafen ist gut gefüllt, ein Wiedersehen mit Freunden und am Horizont die ersten Anzeichen von Gewitterwolken.

Mal schauen, was der morgige Tag bringt…

28.05.2018

Manchmal belohnt einen das frühe Aufstehen. Um 05.00 Uhr klingelt der Wecker. Die Sonne lacht uns bereits entgegen. Das Wetter scheint ganz anders als am gestrigen Tage.

Wir frühstücken ausgiebig, checken noch einmal die Wetterlage und legen um 06.45 Uhr ab. Noch im Hafen setzen wir die Segel und gehen gleich nach dem Passieren der Mole auf Am Wind-Kurs.

Der Wind weht aus Ost und wir machen einen langen Schlag in die Pommersche Bucht. DP 07 sagt uns einem guten Morgen und gibt eine Windvorhersage von Ost bis Nordost 3 – 4 sowie am Nachmittag erneut vereinzelt Gewitterböen bis 8.

Wir beobachten aufmerksam das Wetter und genießen das Segeln. Bald ist klar, dass es ein längerer Tag wird. Wir können unseren Sollkurs nicht anlegen. Vor Swinemünde beginnen wir mit dem Aufkreuzen Richtung Kolberg.

Das Wetter ist auf unserer Seite und wir erleben den ersten Sonnenuntergang auf See.

Um 22.15 Uhr ist der Wind soweit eingeschlafen, dass wir den Motor starten. 90 Segelmeilen liegen hinter uns.

Um 00.30 Uhr melde ich uns per Funk bei Kolberg Control an. Wir sind willkommen. Nach 107 Seemeilen machen wir um 01.10 Uhr in der modernen Marina Kolberg fest. Der Anleger schmeckt und wir lassen den Tag noch einmal Revue passieren, bevor der Schlafmangel seinen Tribut fordert…

29.05.2018

Um 08.00 Uhr ist die Crew munter. Duschen, Frühstücken und Einkaufen sind die folgenden Programmpunkte. Während dessen checkt der Skipper die Yacht und die Situation der Polnischen Sperrgebiete, welche auf unserem Weg liegen. Nach Rückkopplung mit dem Hafenmeister ist nur das kleine Gebiet 6c für heute und morgen gesperrt, so dass wir uns für einen weiteren längeren Schlag bis Ustka entscheiden.

Beim Hafenmeister erfahren wir nebenbei, das der Hafenteil, in dem wir liegen, nur noch für die Einheimischen Segler reserviert ist und es im benachbartem Becken einen großen Gästehafen gibt, welcher zur Marina gehört. Das geht noch aus keine meiner Unterlagen hervor, aber unsere Polnischen Freunde sind da entspannt.

Um 11.00 Uhr melden wir uns bei der Port Control ab und laufen aus.

Schwacher Wind aus GVV und so kommt zunächst bei sonnigstem Wetter der Motor und unser Autopilot 🙁 zum Einsatz. Das bleibt dann auch den ganzen Tag. Wir haben den Kurs auf die Ecke des Sperrgebietes 6c abgesetzt und leben damit, das Wind und Seegang und natürlich Strom gegenan sind.

Das Abendessen und den Sonnenuntergang erleben wir erneut auf See und genießen es.

21.30 Uhr melde ich uns in Ustka via Funk an. Wir sind willkommen und selbst der Bagger, welche zwischen den Molenköpfen die Fahrrinne wieder tiefer baggert, begrüßt uns.

Die neue Fußgängerbrücke ist bereits geöffnet und so können wir ungehindert bis an die kleine Stadtpier durchfahren, wo wir um 21.45 Uhr fest sind.

Es sind wieder 56 Seemeilen geworden, wobei wir die kürzeste Verbindung und damit auch den Motorweg genutzt haben…

30.05.2018

Ein sonniger Morgen weckt uns. Frische Brötchen zum Frühstück und die Aussicht auf einen weiteren schönen Sonnentag sorgen für gute Laune an Bord. Nur der Wind ist heute wieder nicht auf unserer Seite, etwas schwächer und erneut GVV. Wir entscheiden uns trotzdem, das weitere Etappenziel an zu visieren und legen um 09.25 Uhr ab.

Zuvor haben wir uns bei der Port-Control abgemeldet und wie von Geisterhand ist natürlich auch die Fußgängerbrücke geöffnet, so dass wir ungehindert am Schwimmbagger vorbei die Hafenausfahrt passieren.

Eine leicht gekräuselte Ostsee erwartet uns und so motoren wir nahe der Küste Richtung Osten bis zum nördlichsten Leuchtfeuer Polens – Rozewie (Rixhöft). Dann können wir ein wenig abfallen bevor wir 5 Seemeilen später in den Hafen von Wladyslawowo einlaufen (Tagesetmal 62 Seemeilen).

Es ist 19.30 Uhr und wir haben noch viel Zeit für einen gemütlichen Abend an Land…

31.05.2018

Ausgeruht und frisch gestärkt legen wir um 10.00 Uhr ab. Es weht ein nordöstlicher leichter Wind und wir haben die Hoffnung auf einen schönen Segeltag. Als wir die Mole von Wladyslawowo passiert haben, erwartet uns eine gute Dünung und wir motoren zunächst in das tiefere Wasser in der Hoffnung auf kleinere Wellen. Der Versuch zu segeln wurde bei Winden um die 5 Knoten schnell abgebrochen, da die Segel nur im Rigg von einer Seite zur anderen schlagen. Erst eineinhalb Stunden später hat der Wind soweit zugenommen, dass wir erneut die Segel setzen und jetzt den Motor ausmachen können.

Mit einem langen Törn segeln wir auf die Spitze der Halbinsel Hel zu. Die Sonne scheint, der Wind weht und das Schiff liegt gut im Ruder. Um 15.00 Uhr haben wir die Landzunge passiert und nehmen Kurs auf die Hafeneinfahrt. Die Segel werden geborgen und wir laufen ein. Inzwischen weht der Wind mit gut 20 Knoten und wir suchen einen passenden Liegeplatz für uns, da der Hafen bereits gut gefüllt ist. Wenig später sind wir fest und es ist so wie immer, der Wind wird auch wieder weniger.

Es folgen viele weitere Segelyachten und Motorboote, so dass wir zufrieden sind, bereits jetzt in Hel fest zu sein. Unser frühes Einlaufen gibt uns natürlich auch die Chance, dieses Urlaubsparadies näher kennen zu lernen. Und diese Chance nutzen wir jetzt natürlich…

01.06.2018

Die Sonne scheint über der Danziger Bucht und nach einem guten Frühstück bereiten wir uns auf den letzten Segelabschnitt unserer ersten Etappe vor. Es weht ein schwacher Wind und so segeln wir gleich nach dem Ablegen nur mit der Genua entspannt auf Raumschotkurs gen Süden.

Wir genießen die Langsamkeit und erreichen gegen 15.00 Uhr die Mole von Danzig. Ab hier dürfen wir nur noch motoren.

Vorbei am Mahnmal der Westerplatte passieren wir das lebhafte Hafen- und Werftgelände.

Kurz vor der Altstadt erwartet uns eine kleine Überraschung. Die Tankstelle ist jetzt einlaufend an Backbord und dort wo sie früher einmal war, ist eine moderne Klappbrücke, welche selbstverständlich mit festen Öffnungszeiten die Passage zur Altstadt möglich macht.

In der modernen Marina erwartet uns bereits der Bootsmann und weist uns einen Liegeplatz zu, natürlich mit bester Sicht auf das berühmte Krantor von Danzig.

Unser Logbuch der ersten Woche schließt mit 330 Seemeilen ab und einer Menge neuer und interessanter Eindrücke und Erlebnisse.

Jetzt werden wir jedoch erst einmal zwei Tage in der berühmten Hansestadt  bleiben und die polnische Gastfreundschaft genießen.

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