28.07. bis 04.08.

28.07.2018

Der Crewwechsel ist am Nachmittag vollzogen.

Die Yacht ist klar für die nächste Etappe und unsere Crew ist ohne große Probleme in Mariehamn angereist. Nach der Begrüßung und dem Check In folgt der erste Creweinkauf. Der Abend wird mit einem Saunagang begonnen, es folgt ein gutes Abendessen an Bord und wir genießen die abendliche Stimmung im Cockpit in lockerer Gesprächsrunde. Der Wetterbericht spricht vom Wind über Nacht und Regen und so werden wir mal schauen, wo uns morgen die Reise hinführt…

29.07.2018

Das angekündigte Regenwetter sowie das Windfeld haben sich weiter östlich verlagert, so dass wir uns am Vormittag entscheiden, noch in Richtung Schweden aufzubrechen. Zunächst einmal  gibt es nach einem guten Frühstück die notwendige Einweisung in die Yacht und die Sicherheitseinweisung. Dann besprechen wir die kommenden Tage und bereiten uns auf das Ablegen vor.

Um 11.00 Uhr ist es soweit. Wir nehmen Abschied von Mariehamn und sind unterwegs. Böiger 5-6er Wind aus Südost begleitet uns.

Wir setzen nach der Passage von Kobbaklintar die Segel und sind auf gutem Halbwind- bis Raumschotkurs unterwegs.  7,5 Knoten stehen auf der Logge und vor uns liegen ca. 25 Seemeilen durch die Ålandsee. Die See ist noch etwas ruppig, nimmt jedoch wie der Wind mit zunehmender Annäherung an Schweden kontinuierlich ab. Fünf Stunden nach dem Ablegen laufen wir in die Bucht von Arholma (Österhamn) ein. Direkt in der Bucht bergen wir die Segel und finden einen freien Liegeplatz am Steg vor dem Felsen. Tagesdistanz heute 31,5 sm.

Später füllt sich der Steg noch ein wenig, jedoch läuft das hier alles sehr harmonisch und ruhig ab.

Arholma bietet viel Natur, schöne Wanderwege, natürlich die Sauna mit frischem Birkenholz und dem Sprung in die See und viel Ambiente beim Sitzen abends im Cockpit. Später kommt noch Regen auf, da ist es jedoch schon Zeit für die Koje und gemütliches Träumen von weiteren Segelzielen…

30.07.2018

Aufstehen und zunächst einmal die Morgenroutine in das Meer verlegt. Wir sind alle Baden. Danach schmeckt das Frühstück noch einmal so gut und wir legen ab.

Es ist 09.50 Uhr, der Wind tendiert gegen Null und unser Motor summt. Wir fahren zunächst nach Norrtälje, um dem Ort unsere Aufmachung zu machen und ein wenig die Vorräte aufzufüllen. Um 12.50 Uhr sind wir fest im Kanal von Norrtälje und gehen in das nette Städtchen (Bummeln, Shoppen und Creweinkauf).

Um 15.30 Uhr legen wir wieder ab. Inzwischen ist ein wenig Wind aufgekommen, jedoch ist die Windrichtung natürlich direkt von vorn. So motoren wir zurück nach Flaten und finden zwei Stunden später einen schönen Liegeplatz beim gastgebenden schwedischen Segelclub der kleinen Insel.

Der Anleger schmeckt und die Badetemperatur des Meeres stimmt. Später gibt es ein gutes Abendessen im Cockpit und einen beschaulichen Abend in erneut sehenswerter Kulisse…

31.07.2018

Der Tag beginnt mit einem morgendlichen Bade im Meer. Es folgt ein gutes Frühstück im Cockpit und eine lockere Plauderei über Reiseziele für die kommenden Tage. Das Resümee heißt schwedische Schären, Felsliegeplatz und viel Natur. Unser nächstes Ziel  wird somit auch gleich festgelegt,  die Paradiesviken oder falls wir dort keinen Platz mehr finden, Finnhamn oder eine andere Bucht in der Nähe. Um 10.00 Uhr legen wir ab. Zunächst motoren wir ein wenig gegen an, bevor wir bei Kappelskär die Segel setzen und auf Südwestkurs gehen.

9 Segelmeilen können wir zurücklegen, dann geht der Kurs so durch den Schärengarten, dass wir aufkreuzen müssten in einem spannenden Revier. Also wieder den Motor starten und die letzten Meilen mit dem Diesel voran. Gegen 14.45 Uhr laufen wir von Norden in die Paradiesviken ein. Es sind schon viele Boote da, ist gibt jedoch auch noch viel Platz. Unser Segelfreund von der „Olle’s Wonder“ ist auch schon da und so werfen wir den Heckanker und machen neben ihm am Felsen fest.

Wiedersehensfreude,  ein gemeinsamer Anlegeschluck und schon hat uns das Flair der Paradiesviken gefangen.

Die Badeplattform lädt zum Sprung in das Meer ein, unser SUP schwimmt bereits und will getestet werden, die Sonne scheint und alle meinen es gut mit uns. Später sitzen wir im Cockpit, lassen die Seele baumeln und genießen den Abend und den Sonnenuntergang…

01.08.2018

Der Sprung in das Meer kühlt bereits ein wenig und gut erfrischt, genießen wir erneut unser Frühstück im Cockpit. Während unsere Nachbarcrew noch einen Tag verweilen will, entscheiden wir uns für die Weiterfahrt. Um 10.20 Uhr lösen wir die Leinen und bergen den Heckanker.

Es geht durch weiter durch die Schärenwelt Richtung Südwesten und später nach Nordwest, so dass wir hoffentlich viele Segelmeilen erleben werden.

Unser Kurs führt uns vorbei an Ingmarsö, weiter durch den Puttalsundet und den Staveström in den Örsöfjärd. Wir passieren segelnd die Engstelle zwischen Grinda und Södra Ljusterö und gehen auf Nordkurs.

Unser Ziel heißt heute Kyrkogärdsön, eine ehemalige Bastion des Stockholmer Verteidigungsgürtels.

Um 16.45 Uhr bergen wir die Segel vor der Insel und suchen uns einen freien Liegeplatz. Um 17.00 Uhr sind wir fest. Wir liegen an einer der Heckbojen und haben mit dem Bug am westseitigen Steg festgemacht.

Auch dieser Liegeplatz hat etwas Besonderes in der schwedischen Schärenwelt. Er liegt in Lee des Hauptfahrwassers und hat tagsüber noch den Schwell der vorbeifahrenden Motorboote, ist zum Abend hin jedoch ruhig und entspannt. Die in die Insel gebaute Verteidigungsanlage der Schweden aus der Zeit des ersten Weltkrieges ist anschauens- und nachdenkenswert. Und die Jugendherberge mit dem Gasthaus bietet uns dazu noch den entsprechenden Service…

02.08.2018

Der Tag beginnt mit dem Gefühl, das es noch wärmer geworden ist. Deshalb ist das morgendliche Bad im Meer mittlerweile fast der wichtigste Part der Morgenroutine. Danach frühstücken wir wieder im Cockpit und genießen den Sommer. Noch ein paar Schritte an Land und dann verabschieden wir uns von Kyrkogärdsön.

Um 10.50 Uhr lösen wir die Vorleinen und die Heckboje. Komischerweise haben wir Wind (der Wetterbericht sprach von Null bis Eins aus Süd). Im Moment haben wir Zwei aus Ost. Also setzen wir Vollzeug und segeln gen Süden.

Das können wir bis in die schmale Durchfahrt vor Vaxholm nutzen.

Dort erst bergen wir die Segel, fahren durch das lebhafte Fahrwasser von Vaxholm und sind kurze Zeit später in Getfoten, einem kleinen Steg eines Segelvereins auf einer Insel, fest. Wieder ein netter Platz zum Verweilen.

Ruhe und Gelassenheit empfängt uns, Smalltalk mit den schwedischen Wassersportfreunden und eine kleine Gaststätte für das leibliche Wohl. Zunächst einmal müssen wir uns jedoch im Meer wieder abkühlen.

Am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Ab und zu grummelt es. Aber ob wir davon was abbekommen werden, ist im Moment noch unklar…

03.08.2018

Wir sind verschont worden von den gestrigen Gewitterwolken. Trotzdem hat es sich ein wenig abgekühlt. Die Lufttemperatur empfinden wir jetzt als angenehm. Über Nacht hat der Wind auf West gedreht, unser Heckanker hat seinen Dienst erfüllt und wir nutzen erneut das Meer für ein morgendliches Bad.

Dann folgen das Frühstück im Cockpit und der Aufbruch.

Heute ist das zehn Seemeilen entfernte Stockholm das Ziel und wir wollen rechtzeitig zum Mittag dort sein im Wasa-Hamnen, nicht nur um einen der begehrten Liegeplätze zu ergattern. Der Westwind und unser Zeitlimit verhindern den Segeleinsatz für diese kurze Strecke, jedoch sind die Eindrücke beim Einlaufen in die Weltmetropole immer wieder überwältigend und entschädigen dafür.

Wir tanken noch einmal auf Södra Fjäderholmen und sind kurze Zeit später im Wasa-Hamnen dank der Hilfe bei der Platzsuche durch unseren Segelfreund von der „Olle’s Wonder“ fest im Innenbereich des Wasahafens.

Es folgen die Anmeldung beim Hafenmeister, der letzte Anlegeschluck dieser Woche und dann gehört die Stadt uns…

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