23.06. bis 30.06.

24.06.2018

Der gestrige Abend im Yachtclub Pärnu stand nicht nur im Zeichen des Fußballs, sondern vor allem im Zeichen von guter Musik und vielen netten Gesprächen mit vielen netten Menschen aus der vielfältigen Seglerwelt.

Das Aufstehen fiel heute etwas schwerer, jedoch hat die Wetterlage mit dem nördlichen Wind uns überzeugt, wenigstens ein paar Meilen Richtung Tallinn, unserem nächsten Etappenziel gut zu machen. Wir verabschieden uns von alten und neuen Freunden und legen um 09.50 Uhr ab.

Noch im Hafen wird die Genua gesetzt und wir sind erneut raumschots unterwegs. Kurs zunächst Südwest, aus der  Pärnubucht hinaus, zurück nach Kihnu, von wo aus wir für den morgigen Tag eine bessere Ausgangsbasis haben.

Zum Nachmittag kommt ein neues Tiefdruckgebiet mit Regen und all dem Zeug, was wir eigentlich nicht so richtig wollen für einen schönen Segelsommer. Wir haben jedoch ein gutes Timing und sind vor dem beginnenden Regen fest in Kihnu.

Es ist 15.00 Uhr. Kihnu ist übersichtlich gefüllt, wir liegen sicher. 23,0 Seemeilen stehen im Logbuch und der Himmel hat sich inzwischen so verändert, dass der Regen kurze Zeit darauf beginnt…

25.06.2018

Das Wetter hält sich ungefähr an die Vorhersage der Meteorologen oder umgekehrt ? Auf jeden Fall hört am Vormittag der Regen auf und der Wind schläft zunächst ein, um später wieder bereit zu sein, uns anzutreiben…

Wir frühstücken um 09.00 Uhr und legen um 10.30 Uhr ab.

Abschied von Kihnu und Kurs Nord zu weiteren Etappenzielen unserer Ostseereise. Zunächst kommt erst einmal der Motor zum Einsatz. Nach 5 Stunden hat sich der Wind ausgeruht und beginnt aus südlicher Richtung zu wehen. Grund genug für uns, den Motor zu schonen und unsere Genua zum Einsatz zu bringen. Es werden noch entspannte 10 Segelmeilen, bevor wir direkt vor dem Fähranleger von Kuivastu die Genua bergen. Die Einfahrt ist schmal und winklig. Am Schwimmsteg finden wir einen Platz am Schlengel und machen dort fest. Unser Segelfreund von der SY „Olle’s Wonder“ erwarten uns bereits und so ist unsere kleine Flottille wieder komplett. Es ist 17.15 Uhr und es werden 36,5 sm im Logbuch vermerkt.

Kleiner Schnack mit dem Hafenmeister, welcher uns herzlich willkommen heißt, kurze Einweisung in die Örtlichkeiten und der Hinweis, dass die Sauna bereits angeheizt ist. Wir fühlen uns willkommen und genießen die Sonne, welche am Abend sichtbar die letzten Wolken wegschiebt…

26.06.2018

Da ist er wieder, der baltische Sommer.

Ein sonniger Morgen und wenig Aussicht auf guten Segelwind, da die Isobaren auf der Wetterkarte sehr übersichtlich dargestellt sind. Uns stört das nur wenig. Frühstücken ist angesagt, danach wird Sonnenschutz aufgelegt und wir sind wieder unterwegs.

Es ist 09.30 Uhr, als wir ablegen. Unser Kurs geht nordwärts durch die Inselwelt Estlands. Das Meer und der Himmel wetteifern im Farbenspiel und unsere kleine Flottille motort durch den Tag.

 

Um 13.45 Uhr fällt bei uns der Anker ins Meer. Ein kleines Päuschen mit Badeeinlage und einem kleinen Mittagssnack steht auf dem Programm.

Ein Stunde später soll es wieder Anker auf gehen, jedoch will unsere Ankerwinsch diesmal nicht mitmachen – so gehen wir dann Hand über Hand Anker auf und sind wieder unterwegs. Die Fehlersuche wird auf den kommenden Tag verschoben, da die andere Richtung (Fall Anker) gut funktioniert.

Wir wollen nach Kärdla fahren und nutzen eine relativ neue Einfahrt durch die flachen Gewässer vor der Insel. Die letzten Seemeilen können wir sogar segeln. Um 18.10 Uhr sind wir fest in Kärdla, eine moderne Marina mit allem Service, natürlich netten Hafenmeistern und guten Lokalen direkt am Hafen.

Von hier ist der direkte Sprung nach Finnland (Hanko) möglich, das ist aber nicht unser weiterer Plan. Hinter uns liegen 41,5 Seemeilen bei sonnigstem Wetter und einem schönen Badestopp. Jetzt heißt es einchecken, danach Abendessen im angesagtem Restaurant  Kuur und es soll hier noch ein Konzert geben…

27.06.2018

Ein schöner, ruhiger Morgen weckt uns und ausgeruht frühstücken wir. Anschließend lockt der Ort für einen kleinen Spaziergang, auch um unsere Vorräte ein wenig aufzufüllen.

Um 11.40 Uhr legen wir ab.

Eine schwache Brise weht und so bleibt uns zunächst nur unsere Aralfock, um uns voranzubringen.

Wir folgen wieder der neuen Fahrrinne durch die Flachs vor Hiiumaa und passieren die Untiefentonnen am Püssirahusilm.

Unser Kurs führt uns nördlich an Vormsi mit seinem Nordväina madal vorbei. Dann setzen wir den Kurs auf Dirhami ab.

Die Zeit unterwegs nutze ich, um das Thema der defekten Ankerwinsch zu lösen. Der Fehler ist schnell gefunden. Es sind die Kontakte, welche nach ein wenig Wartung gerufen haben. Jetzt ist alles wieder o.k.. Aus dem sommerlichen Schwachwind wird eine leichte nördliche Brise und so können wir doch noch die Segel setzen und mit den letzten Meilen bis vor Dirhami die Gelassenheit des Segelns und das Rauschen des Kielwassers genießen.

Vor der Einfahrt bergen wir die Segel. Konzentriert folgen wir der Fahrrinne in den Hafen und finden dank der Unterstützung des Hafenmeisters einen schönen Liegeplatz am Schwimmsteg von Dirhami. Es ist 17.30 Uhr und 29,0 sm liegen hinter uns.

Die Sonne scheint, wir treffen alte und neue Bekannte und Segler und irgendwo soll auch noch ein Fernseher stehen für gerade stattfindende sportliche Ereignisse…

Anschließend wollen wir den heutigen Abend mit einem kleinen Grillfest am Strand abschließen und dabei die untergehende Sonne einfach nur mit ihrem faszinierenden Farbenspiel verfolgen…

28.06.2018

Blauer Himmel und eine beschauliche Ruhe im Hafen von Dirhami.

Unser Frühstück findet um 08.00 Uhr statt und um 09.00 Uhr legen wir ab.

Es ist südwestlicher Wind angesagt und wir schauen mal. Zunächst hält sich der Wind jedoch in Grenzen. Zwei Stunden später setzen wir Groß und Genau und gehen mit einem Schmetterling auf Kurs.

Das Ganze funktioniert für zwei Stunden, dann kommt wieder unser Motor zum Einsatz. Der Windmesser wird jedoch genauer beobachtet als der Kompass und so setzen wir zwei weitere Stunden später wieder die Segel und können jetzt bis vor unseren Zielhafen durchsegeln.

Um 18.00 Uhr bergen wir die Segel vor der Mole Naissaare. Noch kurz die letzten Meter in den Hafen gefahren und um 18.15 Uhr ist das Motorgeräusch wieder verklungen.

Wir sind fest. 42 Seemeilen stehen im Logbuch. Neben uns liegt unser Flottillenpartner „Olle’s Wonder“ und wir verabreden nach dem Abendessen einen Verdauungsspaziergang auf der interessanten Insel vor den Toren Tallinns…

29.06.2018

In der Nacht gab es die ersten Regenschauer, der Wind hat ebenfalls zugenommen und das Barometer hat sich im Vergleich zu gestern 17 Stufen tiefer in den Keller begeben. Zum Aufstehen klarte der Himmel zunächst auf und so fiel die Entscheidung leicht, endlich mal ein Morgenbad im Meer zu nehmen, anstelle der üblichen Duschprozedere. Anschließend frühstücken wir und machen uns klar zum Ablegen. Wir helfen noch unserem Stegnachbarn, bei dem frischen Seitenwind unbeschadet vom Steg weg zu kommen. Jetzt haben wir auch den notwendigen Platz und kommen gut vom Steg weg. Es ist 10.05 Uhr und es weht ein frischer Nordostwind.

Gleich hinter der Mole wird die Genua gesetzt und so segeln wir mit Rauschefahrt in die Tallinnbucht.

Die 11 Seemeilen bis zum Old City Harbour legen wir in nur eineinhalb Stunden zurück. Vor uns liegt die wunderschön anzusehende Skyline von Tallinn. Drei Passagiergiganten sind ebenfalls da und natürlich die Tallinnfähren.

Vor dem Molenkopf des Fährhafen bergen wir die Genua und melden uns per Funk an. Wir erhalten Einlaufgenehmigung und rauschen durch den Fährhafen von Tallinn.

Im schmalen Kanal zum Yachthafen ist die Wassertankstelle, wo wir natürlich gleich die Gelegenheit ergreifen und unsere Yacht für den nächsten Törn volltanken. Dann legen wir an. Es ist 12.15 Uhr, als wir fest sind.

Wieder ist eine Törnetappe zu Ende. Eine neue Crew kommt morgen an Bord. Bis dahin nutzen wir jedoch noch die Zeit und wollen Tallinn auf unsere Art für uns entdecken und erleben…

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