08.06.-15.06.2019

08.06.2019

Der heutige Morgen stand ganz im Zeichen des Abschieds – wieder einmal ist Crewwechsel. Wir frühstücken noch einmal gemeinsam und dann kommt auch schon das bestellte Taxi zum Flughafen.

Anschließend bereitet der Skipper die Yacht wieder auf die neue Törnwoche vor. Großreinschiff, Waschtag (der seltene Luxus einer Waschmaschine für mich ganz alleine, da wir das einzige Schiff im Hafen sind…), Yachtcheck sowie einige administrative Dinge, also volle Programm gegen Langeweile an Bord.

Gegen 16.00 Uhr ist die neue Crew komplett eingetroffen. Begrüßung an Bord, beziehen der Kabinen und eine erste kurze Besprechung des heutigen Restprogramms. Es folgt der Creweinkauf, die Sicherheitseinweisung und danach sind wir noch einmal im Riga unterwegs, um den ersten Abend zum Kennenlernen zu nutzen und mit einem gemütlichen Abendessen  abzuschließen…

09.06.2019

Um 07.00 Uhr frühstücken wir. Wir haben einen langen Törnabschnitt vor uns und wollen die Zeit natürlich nutzen. Anschließend folgt der Rest der Sicherheitseinweisung und wir legen ab. Es ist 8.50 Uhr und wir nehmen Abschied von Riga.

Eine Stunde später legen wir an der Tankstelle an. Wir füllen unseren Dieseltank auf. Um 10.30 Uhr passieren wir die Molen und setzen die Segel. Es weht ein angenehmer Westwind und wir gehen auf Kurs.  Wie vorhergesagt, schläft der Wind ein. Eine weitere Stunde später dümpeln wir in der Dünung und starten wieder den Motor.

Erst vor Ruhnu (https://www.slmarinas.ee/home/ringsu/) kommt erneut eine leichte Brise. Wir laufen ein, werden wie immer herzlich gegrüßt und sind um 18.45 Uhr nach 58 Seemeilen fest.

Wir treffen alte Bekannte, plaudern ein wenig und machen uns es im Cockpit bei einem gemütlichen Abendessen bequem. Der Rest des Tages gehört der Insel, dem Sonnenuntergang, dem Glas Wein und der unglaublichen Stimmung der Natur dieser schönen und beschaulichen Insel…

10.06.2019

Über Nacht war es ganz schön windig. Am Morgen ist davon nicht mehr viel zu spüren.

Wir frühstücken um 08.00 Uhr. Die Crew macht eine kleine Fahrradrundreise auf Ruhnu, während Thomas und ich ein wenig an Bord arbeiten und den Genaker einsatzklar machen. Der Wetterbericht verspricht eine leichte Backstagbrise und wir wollen es probieren.

Um 11.00 Uhr legen wir ab.

Ein letzter Blick zurück auf Ruhnu und in Gedanken das Versprechen, wieder zu kommen. Wir erreichen die Ansteuerungstonne und setzen den Genaker. Alles passt und das Boot nimmt langsam Fahrt auf.

Ein wunderbares Segelgefühl kommt auf. Langsam segeln wir an Ruhnu vorbei Richtung Norden.

Um 15.15 Uhr bergen wir unseren Genaker. Der Wind hat sich fast zur Ruhe gelegt und wir haben noch ein paar Meilen vor uns. Eine alte Dünung läuft durch den Golf und lasst uns sanft schaukelnd durch die ruhige See fahren. Ein späterer Angelstopp ist leider nicht von Erfolg gekrönt.

Gegen 18.30 Uhr liegt die Bucht von Koiguste vor uns und wir fahren hinein. Wir haben uns einige Wegpunkte gesetzt und wir fahren diese Koordinaten einfach ab. Als wir die Passage zwischen den beiden Landzungen machen, sehen wir rechter Hand die neue Steganlage und jemand erwartet uns bereits auf dem Steg.

Wir sind das einzige Boot im Hafen. Niclas seine Frau begrüßt uns, freut sich über unseren Besuch und hilft uns beim Festmachen. Noch am Steg plaudern wir ein wenig und später dann im Office weiter über das erste Treffen vor 3 Jahren, was inzwischen passiert ist usw.

Der Abend klingt mit einem Saunabesuch, einem guten Schluck und einem wunderschönen Naturambiente aus…

11.06.2019

Eine ruhiger Morgen und ein wolkenverhangener Himmel, so begrüßt uns der Tag. Gestört wird das Ganze durch die Geräuschkulisse der Möwen, Seeschwalben und anderen Seevögel…

Um 08.00 Uhr frühstücken wir. Ablege klar sind wir um 09.30 Uhr.

Wir verabschieden uns und legen ab.

Zunächst motoren wir gegen den Südostwind aus der Bucht. Vier Seemeilen später setzen wir die Segel und gehen auf Kreuzkurs. Mit kurzen Schlägen arbeiten wir uns hoch nach Osten. Gegen 14.00 Uhr hören wir das erste Grollen. 30 Minuten später nach 24 weiteren gesegelten Meilen bergen wir die Segel im strömenden Regen und beginnendem Gewitter. Wir setzen den Kurs direkt nach Norden ab und während die Crew unter Deck der Feuchtigkeit entflieht, kämpfen Skipper und Rudergänger mit dem Sturzregen. Das Gewitter bleibt hinter uns. Gegen 16.30 Uhr lichtet sich der Himmel. Der Wind trocknet das Ölzeug schon einmal vor und im Hafen erwartet uns der Hafenmeister.

Um 17.00 Uhr sind wir fest in Kuivastu. Dem Wetter entsprechend gibt es heute einen Grog als Anleger und die Information vom Hafenmeister, dass die Sauna bereits angeheizt ist. Wir klaren auf und besprechen kurz das heutige Abendessen, bevor Rudergänger und Skipper in der Sauna verschwinden.

Später zum Abendessen hat der Regen und ein weiteres Gewitter auch Kuivastu erreicht und wir machen es uns unter Deck bequem. Dazu beginnen wir mit der Vorbereiten eines netten Fußballabend an Bord Liveübertragung – Estland : Deutschland. Na dann schauen wir mal…

12.06.2019

Heute früh lacht wieder die Sonne ins Cockpit und vergessen ist die Mühe des vergangenen Tages. Auch das gestrige Fußballspiel hat nur gedämpfte Freude hervorgerufen.

Unser Frühstück genießen wir in der Sonne im Cockpit.

Es folgt der Wettercheck. Unser Entscheidung lautet: weitersegeln, jedoch im geschützten Revier der Inselwelt Saaremaas bleiben. Wir segeln nach Heltemaa auf Hiiumaa. Um 10.00 Uhr legen wir ab.

Gleich hinter der Ausfahrt werden die Segel gesetzt und wir sind unterwegs.

Es werden 26,0 Seemeilen in Rauschefahrt. Um 14.00 Uhr bergen wir im Fährhafen von Heltemaa die Segel und sind kurze Zeit später fest im Yachthafen.

Der Check In beim Hafenmeister und Erkundung der Gegebenheiten folgen. Natürlich vergessen wir den Anleger nicht. Danach folgt Freizeit auf Hiiumaa…

13.06.2019

Nach dem Gewitter ist vor dem Gewitter.

Heute Nacht ist hier ein schwerstes Gewitter durch gegangen. Wir durften das alles live an Bord verfolgen und hatten dadurch eine abwechslungsreiche und kurzlebige Nacht.

Um 07.00 Uhr gibt es Frühstück. Draußen kachelt es noch ordentlich. Die Frage nach dem Auslaufzeitpunkt bleibt zunächst noch unbeantwortet, da der Skipper verschiedenste Wetterinformationen abgleicht. Dann das Ergebnis, wir laufen aus, bleiben jedoch zunächst zwischen den Inseln – unsere Meteorologen sind sich nicht ganz einig und ein direkter Kurs Richtung Norden würde uns keine Abbruchalternative bieten.

So legen wir um 09.30 Uhr, engagieren uns mit der Fähre nach Rohuküla und motoren zunächst 10 Seemeilen nach Osten. Im schmalen Rukki Kanal haben wir noch einmal ein Engagement mit der Fähre, dann setzen wir die Fock und gehen auf Nordkurs. Der angesagte Südostwind hat immer noch eine deutliche Ostkomponente und weht gut…

Zügig können wir durch das flache Revier der Inseln dem Fahrwasserverlauf folgen. Als wir eine Stunde später den Golf von Finnland vor uns haben, setzen wir noch das Großsegel dazu und sind weiter gut unterwegs. Schließlich haben unsere Meteorologen für 17.00 Uhr die nächsten Gewitter avisiert. Der Ostwind schläft irgendwann ein und kommt plötzlich mit sehr kalter Luft aus Norden (von Südost auf Süddrehend lautete die Ansage). Da wir bereits fünf Seemeilen vor Dirhamy sind und der Himmel am Horizont nichts Gutes verspricht, bergen wir die Segel und sind per Motor die letzte Stunde unterwegs. Inzwischen grummelt es bereits. Um 16.30 Uhr sind wir fest in Dirhamy.

Die ersten Blitze sind sichtbar, dazu gleich zwei Gewitter in verschiedener Richtung, jedoch wir sind fest und sehen dem ganzen gelassen entgegen.

Der Anleger schmeckt, das Abendessen in der Strandbar ebenfalls und der kleine Spaziergang im Ort um Kaufmann ist auch ein kleines Erlebnis…

14.06.2019

Bereits gestern Abend zogen die ersten Nebelschwaden durch die Bucht. Heute früh gab es nur Vogelgezwitscher und eine verschwommene Sicht auf das 100 m entfernte Servicegebäude. Wir frühstücken trotzdem bereits um 07.00 Uhr und sind optimistisch.

Der folgende Wettercheck belehrt uns eines Besseren – Nebel über den gesamten Golf of Finnland. Mit einem Aufklaren ist erst gegen Mittag zu rechnen. Also vertagen wir zunächst alles um 1 – 2 Stunden, um dann noch einmal die aktuelle Wetterlage zu prüfen.

Um 09.45 Uhr legen wir ab. Der Nebel hat soweit aufgeklart, dass die gesamte Ausfahrt und die Tonnen gut sichtbar sind. Als wir die letzte Tonne der Ausfahrt passiert haben, ist der Nebel wieder da. Also gibt es keinen Segelkurs Richtung Tallinn, sondern zunächst eine Radarfahrt unter Motor. Das Ganze geht bis 15.00 Uhr, dann ist die Sicht soweit in Ordnung, dass wir uns für das Segeln entscheiden.

Wir haben Glück, es klart wirklich auf und wir können bis Tallinn segeln. Vor der Mole des Fährhafens bergen wir unsere Segel, melden uns im Yachthafen an und dürfen den Fährhafen passieren.

Es ist 18.45 Uhr, als wir fest sind. Das nächste Etappenziel ist erreicht, noch die notwendigen Formalitäten erledigen und dann gehört Tallinn uns…

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